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Datenhighway

Der Meeresboden ist voller Hochtechnologie. Zuverlässiger als jeder Satellit verbinden Unterwasserkabel die Kontinente. Sie sind das Nervengeflecht der weltweiten Telekommunikation. Doch die globale Vernetzung ist längst nicht abgeschlossen. Jeden Tag versucht man rund um die Welt, die weißen Flecken zu füllen. Wir sind auf Kreta. Wenn die Verlegung der Kabel heute klappt, wäre das ein großer Fortschritt für die griechische und damit auch europäische Telekommunikation. Doch die Verlegung der Hightech-Kabel ist immer eine Rechnung mit vielen Unbekannten: Andre Hurtig, Projektingenieur "Man weiß nicht was passiert, was geht kaputt. Wie ist das Wetter, wie bleibt das Wetter, stabil, nicht stabil. Hat man nur einen kurzen Zeitrahmen bis das Wetter wieder umschlägt. Plus Mensch und Maschine, alles Faktoren, die jeden Tag wieder Spannung in das ganze Unternehmen bringen." Der erste Kilometer von der Küste hinaus aufs offene Meer ist besonders heikel. Die Ingenieure setzen Spezialgerät ein: Den "Trencher," einen riesigen Unterwasserpflug. Er soll die Unterwasserkabel zwei Meter tief im Boden versenken. Doch jede Verlegung ist ein Wagnis. Das Problem: Anker oder Schleppnetze können die Aktion zunichte machen. Um das zu verhindern, muss die 4 Tonnen schwere Riesenkettensäge des Trenchers alles zerschneiden, was auf ihrer Route liegt: Alte Seile, Geröll und auch Steine muss der hydraulisch angetriebene Powerpflug aus dem Weg schaffen. Andre Hurtig, Projektingenieur "Es ist das gleiche als wenn ich ne Flex benutze um ne Straße aufzuschneiden oder einen anderen Stein zu schneiden, Das ist natürlich von verschiedenen Faktoren abhängig: Also wie weit will ich rein und wie hart ist es am Ende." Der Trencher frisst sich in den Untergrund. 20 cm pro Minute - das ist hier Maximalgeschwindigkeit. Doch die Ingenieure sind zufrieden:Andre Hurtig, Projektingenieur "Soweit sieht es sehr gut aus. Also er macht ja recht gute Geschwindigkeit im Moment und wir erwarten eigentlich nicht so viele Schwierigkeiten." Sobald der Trencher offene See erreicht hat, sorgen Spezialschiffe mit riesigen Kabeltrommeln dafür, dass die Glasfaserkabel in einer Tiefe von bis zu 1200 Meter vergraben werden können. Mehr als eine Million Kilometer Hightech-Glasfaserkabel durchziehen bereits die Meere, ein echter Datenhighway unter Wasser.

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