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Der Boxeraufstand

Die "Boxer" waren eine Widerstandsgruppe, die vor allem europäische Ausländer aus China vertreiben wollte. Die Bewegung entstand auf dem Land, das aufgrund von Missernten immer mehr verarmte. Die Boxer übten sich in Kampftechniken und behaupteten Zauberkräfte zu besitzen. Sie gelobten, die Europäer zu vertreiben. Unter dem Vorwand christliche Missionare vor den Boxern zu schützen, traf die deutsche Marine in der Provinz Schantung ein. Ihr eigentliches Ziel war es, Teile Chinas zu erobern, um eine Musterkolonie zu errichten. Prof. Lanxin Xiang, Historiker: "Der örtliche Kommandeur dachte, es würde sich um eine freundliche Hafenvisite handeln. Solche Besuche gab es oft, es war nichts Neues. Über die wahren Pläne der Deutschen war er nicht informiert." Die chinesische Regierung schenkte Boxern und Deutschen wenig Beachtung. Man befand sich gerade in einer wichtigen Reformphase und hatte ohnehin mit Widerstand zu kämpfen. Und auch im Diplomatenviertel, wo die wohlhabenden Europäer wohnten, ging das privilegierte Leben erst einmal wie gewohnt weiter. Doch die Boxer weiteten ihre Proteste aus - zumindest in dieser Sache musste die Regierung reagieren. Man entschied, die mächtige Boxerbewegung zu tolerieren, um zu verhindern, dass sie sich auch noch gegen die Regierung richtete. Die Boxer rückten vor, nach den ländlichen Gebieten marschierten sie nun auf die Städte zu. Die Regierung geriet unter Druck und befahl den eigenen Truppen, die Boxer zu unterstützen. Die europäischen Diplomaten forderten ihrerseits Truppen an. Marinesoldaten aus acht Nationen sollten die Ausländer in Peking schützen. Die Diplomaten wurden von der Regierung aufgefordert, unter dem Schutz chinesischer Truppen Peking binnen 24 Stunden zu verlassen. Doch plötzlich fiel ein Schuss, ein deutscher Gesandter wurde erschossen. Die Situation eskalierte. Boxer und Regierungssoldaten bereiteten einen Angriff auf das Diplomatenviertel vor. Gleichzeitig rückte die europäische Armee auf Peking vor. Die Diplomaten waren in ihrem Viertel eingeschlossen. Angesichts der verfahrenen Situation floh die Regierung samt Hofstaat aus der Stadt. Die Dynastie war praktisch am Ende. Prof. Lanxin Xiang, Historiker: "Der Boxerkrieg ist die größte Erniedrigung in der Geschichte Chinas. Es ist ein gewaltiges, historisches Ereignis, beim die Chinesen fast alles verlieren. Einschließlich ihrer moralischen Stärke ." Peking fiel einen Tag nach der Einnahme durch die europäische Armee. Die Diplomaten konnten ihr Viertel wieder verlassen. Nach 55 Tagen der Belagerung.

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