wissen.de
Total votes: 31
VIDEO

Der Feuerfluss

Rio Tinto, Spanien. Blutrot ist das Wasser des Feuerflusses. Er führt eine stark ätzende Brühe und trotzdem gedeihen hier kleine Lebewesen. Ein Eldorado für die Astrobiologen aus Madrid. Sie suchen und erforschen Lebenswelten, die unter extremsten Bedingungen existieren können. Die Forscher sind im Auftrag des Astrobiologischen Zentrum hier, zusammen mit der NASA haben sie den Feuerfluss zum Schauplatz internationaler Forschung gemacht. Statement Rricaro Mils Astrobiologisches Zentrum Madrid "An den Farben erkennt man, wie viel Eisen gelöst ist. Je dunkler das Wasser, umso höher die Konzentration. Das heißt, hier sind zahlreiche Bakterien dabei sich von Eisen zu ernähren. Fürs Auge sind sie zu klein, aber man sieht die Spuren ihrer Aktivität." Der Fluss Rio Tinto entspringt im größten Bergbaugebiet der Erde, dem iberischen Pyritgürtel. Eine Landschaft, die so tot erscheint wie die Oberfläche des Wüstenplaneten Mars. Früher lief hier der Abbau von Eisen auf Hochtouren, bisher glaubte man, dass der Fluss dadurch vergiftet wurde. Die Astrobiologen zweifeln das an. Ihre Spurensuche führt sie mitten in den Berg, an dessen Fuß der Rio Tinto entspringt. Beim Untersuchen der Wände machen die Forscher eine ungewöhnliche Entdeckung - Bissspuren überall. Hier waren echte Steinfresser am Werk: Statement Rricaro Mils Astrobiologisches Zentrum Madrid "Gewöhnlich nutzen die Organismen mit denen wir es zu tun haben Zucker als Energiequelle. Und diese Kerle hier kauen Gestein. Da fragen wir uns natürlich, wer sie sind, warum sie das tun und wie verbreitet sie auf der Erde sind." Die Proben, die die beiden Forscher auf ihren Exkursionen sammeln werden im Astrobiologischen Zentrum in Madrid analysiert. Für die Forscher ist der Rio Tinto ein echtes Pendant zum Mars, denn auch dort gibt es große Eisen- und Schwefelvorkommen. In der sauren und scheinbar lebensfeindlichen Zusammensetzung des Rio Tinto wimmelt es von Lebewesen. Das Labor erkennt auch Spuren von höher entwickelten Lebewesen wie beispielsweise Algen, Pilzen und Hefen. Was heißt das in Bezug auf außerirdisches Leben? Die Meister der Extreme vom Rio Tinto hätten wohl auch auf dem Mars eine Chance zu überleben. Die Eisenoxide und Minerale, die man dort gefunden hat, könnten sich ebenso als Brutstätte für Leben erweisen wie am roten Fluss. Vielleicht wird Forschungsarbeit am Rio Tinto irgendwann neue Fenster öffnen für die Entdeckung von Leben irgendwo in den Welten des Universums.

Total votes: 31