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Der Nil

Unterwegs auf einem gewaltigen Strom. Dem Nil. Er ist der längste Fluss unserer Erde - über 6600 km schlängelt er sich durch Urwald, Steppe und Wüste, durch eine wilde und geheimnisvolle Welt. Bis er schließlich in einem breiten Delta ins Mittelmeer mündet. Sein langer Weg beginnt im Herzen des afrikanischen Kontinents, wo er von den Bergen Ruandas und Burundis kommend, den Viktoriasee durchfließt. Die Stelle, an der der Fluss aus dem Viktoriasee austritt, nennen sie in Uganda "Quelle des Nils". Es ist ein besonderer Ort - ein Ort mit einer angeblich ganz eigenen Kraft. Hier strömt der Nil über die Bujagali-Fälle. Die Einheimischen sagen, sie haben eine gewaltige, göttliche Macht - die Macht zu töten - aber auch zu nähren und zu heilen. Dieser Glaube ist tief verwurzelt. Vom Viktoriasee geht es weiter den Nil stromabwärts durch Uganda in den Sudan. Hier trifft der weiße Nil auf den wesentlich kürzeren blauen Nil, der von den Bergen Äthiopiens kommend über gewaltige Wasserfälle nach Norden strömt. Als der Nil die Grenze zwischen dem Sudan und Ägypten passiert, hat sich seine Umgebung verändert: Eine Wüste. Der Nil durchfliest die Sahara und schafft an seinen Ufern einen einzigartigen und fruchtbaren Lebensraum mitten in der Wüste. Über 1500 km fließt er durch die Wüste ohne auch nur einen kleinen Zufluss. Der Nil ist die Lebensader der Länder, durch die er fließt. Ohne ihn würde es hier kaum Leben geben. Wie viele Städte im Süden des Landes, lebt auch Assuan vor allem vom Tourismus. Schon im 19. Jahrhundert befuhren den Nil erste Schiffe. An Bord: Reisende aus aller Welt, die die geheimnisvolle Welt der alten Ägypter bestaunten. Die Idee der Kreuzfahrt war geboren. Seitdem stehen stets ägyptische Kapitäne am Steuer der Schiffe. Sie pendeln zwischen Assuan und Luxor - auf einer der schönsten Strecken der Welt. Kapitän Abdel Rachman Abdel Zami steuert hier seit über vierzig Jahren Kreuzfahrtschiffe. Lesen und Schreiben hat er nie gelernt, doch er hat einen wachen Blick und das Gespür für den Fluss. "An manchen Stellen ist der Nil tief, an anderen Stellen ist er sehr flach. Mal ist er breit, mal eng und gefährlich. Ich habe alles hier - im Kopf .Ich brauche nichts zum Navigieren. Diese Geräte da - wofür? Ich kann zwar keine Bücher lesen, aber ich lese im Nil. Und er hat viel zu erzählen." Abdel weiß nicht, wie oft er den Nil schon befahren hat und genauso wenig, wie alt er ist. Doch eines weiß er ganz sicher: Er hat noch lange nicht genug. Weiter geht die Reise auf dem Strom. Flussabwärts durch das schmale, fruchtbare Land, das er einst durch stetige Überflutung schuf. Der Nil - über Jahrtausende hinweg verehrt und gefürchtet. Gelassen zieht er durch die Geschichte der Menschheit dahin - zeitlos und ewig. In der letzten Etappe seines langen Weges fächert er sich unweit von Kairo zum großen Nildelta auf und mündet in das Mittelmeer. Die Lebensader des schwarzen Kontinents hat ihr Ziel erreicht.

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