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Der Sündenfall und die Folgen

Am Anfang schuf Gott den Menschen nach seinem Ebenbild. Diesen ersten Menschen, Adam und Eva, gibt er ein Paradies, den Garten Eden. Ohne Schuld, ohne Verantwortung kann der Mensch hier leben. Doch dann kommt das Unglück in Gestalt einer Schlange. Sie verführt die Menschen, das einzige Verbot zu brechen, das Gott ihnen auferlegt hat: Sie essen den Apfel vom Baum der Erkenntnis. Dadurch bekommen Adam und Eva die Möglichkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. So erzählt es die Bibel. Mit diesem Gleichnis erklärt die Bibel, wie die Menschen die Fähigkeit bekamen, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Oder ist der Bibeltext die Umarbeitung eines alten, eines heidnischen Mythos? Nicht das Böse entdeckt der Mensch. Sondern das Geheimnis der Fortpflanzung. Sagen Wissenschaftler. Prof. Lang Uni Paderborn "Ursprünglicher war das Geheimnis der Sexualität und der Fortpflanzung den Menschen unbekannt, aber es wurde ihnen von einer Gottheit, einem Schlangengott verraten. Und die anderen Götter, es handelt sich um eine alte politistische Geschichte, haben dann diesen Schlangengott ebenso bestraft wie die Menschen, denen man aber das Geheimnis der Fortpflanzung nicht mehr entreißen konnte."Mit dieser Erkenntnis ist das Paradies verloren. Das Paradies als Symbol für die Unschuld, die kindliche Unbekümmertheit der Menschen. Die Folge des Verlustes: Kain und Abel, die Söhne von Adam und Eva, geraten in Streit. Kain, der Bauer erschlägt den Nomaden Abel. Diese Passage der Bibel schildert die Anfänge der menschlichen Zivilisation. Denn bevor die Menschen sesshaft wurden, zogen sie als Nomaden mit ihren Tieren umher. Doch für diese Lebensweise braucht man Land. Viel Land. Ohne Grenzen, und ohne Besitzansprüche. Doch plötzlich fangen einige Menschen an, Dörfer und Städte zu gründen. Äcker anzulegen. Von der Ernte hängt ihr Überleben ab. Deshalb betrachten die Bauern das Land als ihren Besitz. Konflikte zwischen Bauern und Nomaden sind die Folge. Die Brüder Kain und Abel sind ein Abbild dieser Zeit. Ein Gleichnis für die Bosheit der Menschen. Für die zahlreichen Kriege in der Menschheitsgeschichte. Prof. Wolfgang Schild Uni Bielefeld "Kain und Abel ist sozusagen die Vertiefung und die Verschärfung dieser Geschichte, weil der Sündenfall selbst betrifft eigentlich das Verhältnis zu Gott. Und Kain und Abel betrifft nun das Verhältnis der Menschen zueinander. Und zeigt sich eben darin, dass der Mensch offensichtlich gewalttätig, neidisch, eifersüchtig und auch bereit ist, seinen Mitmenschen, das heißt, seinen Bruder zu töten."Kain erschlägt seinen Bruder aus Neid. Damit zeichnet die Bibel in Kain das Urbild des Mörders.

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