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Die Lebensretter vom Victoriasee

Rachel und Dominik sind täglich auf dem größten See Afrikas unterwegs - dem Viktoriasee. Benannt ist er nach der früheren Königin Großbritanniens. Die beiden sind die hauptberuflichen Lebensretter hier. Sie haben schon oft Fischern in Seenot geholfen, denn das Gewässer birgt viele Gefahren. "Das Wetter ändert sich ständig. Oft ist es so, dass man mit dem Boot bei gutem Wetter raus fährt, aber dann: In der Mitte des Sees kommt plötzlich Sturm auf. Es kann sich jederzeit ändern." Viele Menschen hier haben Angst vor dem See. Sie glauben, dass der Gott "Mukassa" Wasser, Wind und Wetter beherrscht. Ein sehr jähzorniger Gott soll er sein. Heute besuchen Dominik und Rachel eine kleine Insel - "Paradies" so heißt das Dorf, wo das Leben alles andere ist als paradiesisch. Über fünftausend Menschen ertrinken jährlich in Uganda. Das hat vor allem einen Grund: Kaum jemand kann schwimmen. Dabei leben alle leben ausschließlich vom Fischfang. So riskieren sie auf den kleinen Booten ihr Leben - jeden Tag aufs Neue. Deshalb wollen die beiden 24jährigen heute Rettungswesten verteilen und den Fischern erklären, wie wichtig diese für sie sind. Als Freiwillige begannen Dominik und Rachel vor zwei Jahren mit dieser Arbeit. Aus Überzeugung. Weil sie glauben, dass die vielen Opfer nicht sein müssen. Und weil man mit einfachen Mitteln Leben retten kann. Doch Aberglaube und Skepsis sind weit verbreitet. Rachel weiß das. Und doch macht sie weiter. Denn es ist so wichtig immer wieder mit den Menschen zu reden. Irgendwann kennt man sie und vertraut ihr. Und dann werden sich die Westen durchgesetzt haben. "Viele Leute kennen Rettungswesten überhaupt nicht. Viele haben so was noch nie gesehen. Also reden wir mit den Menschen - erklären ihnen, was das ist, was das für eine Bedeutung für ihr Leben hat." Der Mann von Barbara Arkoli zum Beispiel kehrte vor einem Jahr vom Fischen nicht mehr zurück. Seitdem ist sie mit ihren drei Kindern alleine. Die 26 jährige hat keine Arbeit und damit auch kein Geld. Sie weiß nicht einmal, wie sie ihre Kinder satt kriegen soll. "Der Bruder meines Mannes kümmert sich um uns. Aber er hat eine eigene Familie zu ernähren und er verdient nicht viel. Wenn er was hat, hilft er uns. Wenn nicht, dann warten wir, ob es am nächsten Tag etwas zu essen gibt." Und damit nicht Tod und Hunger das Leben in "Paradies" prägen, versuchen Rachel und Dominik die Menschen zu überzeugen. Sie lassen sie die Westen ausprobieren. Mit Erfolg: Die Fischer haben sichtlich Spaß und das ganze Dorf hat etwas zu lachen. Die Ufer des Viktoriasees sind mit 30 Millionen Menschen dicht besiedelt. Rachel und Dominik kommen aus der nur ein paar Kilometer entfernten Hauptstadt Ugandas - Kampala. Ihren Familien geht es besser als den Leuten hier. Daher fühlen sie sich dazu verpflichtet, ihnen zu helfen. "Mir taten die Menschen einfach leid. Sie haben es nicht leicht. Deshalb wollte ich hier mitmachen - um das Leben von Menschen zu retten." Dank Lebensrettern wie Rachel und Dominik wird das Leben und Arbeiten hier irgendwann vielleicht etwas sicherer.

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