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Die Magellanstraße

Im Jahre 1520 fuhr ein gewisser Ferdinand Magellan mit einer Schiffflotte die Atlantikküste Südamerikas entlang. Ein ungeheurer Sturm trieb plötzlich zwei seiner Schiffe in eine Bucht. Und die führte überraschenderweise Weite, als Seeweg bis hinüber zum Pazifik. Diese Durchfahrt zwischen dem südamerikanischen Festland und der Insel Feuerland trägt heute seinen Namen: Die Magellanstraße - von einem Mythos umweht. Durch die starken Strömungen ist sie noch heute ein riskantes Fahrwasser. An tückischen Klippen sind zahllose Schiffe zerschellt. Stürme haben sie ans Ufer geworfen. Das Wrack der Ambasador und das Gerippe der Vapo Amadeo liegen schon seit über 70 Jahren an Land. Aber nicht jedes Schiff, das hier auf dem Trockenen liegt, ist ein gestrandetes Wrack. Auch die Fischer haben ihre Kutter an Land gezogen, denn die Fangsaison ist vorbei. Santiago " Die Mündung der Magellanstraße ist nicht weit von hier."Ein Boot und eine Hütte - das ist alles, was Seniore Leptun besitzt. Er interessiert sich für Politik. Jeden Mittag hört er sich die Nachrichten im Radio an. Zufrieden ist der Fischer nicht mit dem, was er zu hören bekommt. "Ich muss wohl arbeiten bis ich umfalle", sagt er. Ein Ruhestand ist für den 75 jährigen nicht in Sicht. Santiago "Ich bekomme keine Rente. Ich hab zu wenig Marken in mein Versicherungsheft geklebt. Die fehlen mir jetzt."Früher war er Kommunist. Doch auch die Genossen konnten ihm nicht zu einer Rente verhelfen. Heute will Santiago Leptun nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Bald schon beginnt die neue Fangsaison und er wird wieder Netzte auswerfen.Der Blick auf die geliebte See, seine Bucht, die Magellanstraße, gibt ihm Kraft. 670 kilometer ist diese Meerenge lang. Seit dem 16. Jahrhundert war sie eine wichtige Handelsroute zwischen Ost und West. Doch mit dem Bau des Panama-Kanals schwand die Bedeutung: Seitdem ist die Magellanstraße ein Naturparadies.

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