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Durchbruch

Die Verlängerung des U-Bahnnetzes in München. Hier wird nur mit schwerem Gerät hantiert. Die Münchner U-Bahn hat inzwischen ein Streckennetz von fast 100 Kilometern mit sechs U-Bahnlinien. Nun steht eine Verlängerung der U3 an. Beim Ausbau des Tunnelsystems spielen auch ökologische Kriterien eine Rolle:Aus Energiesparmaßnahmen führt die Trasse der U-Bahn schräg nach unten. Die Züge nutzen das Gefälle für die Beschleunigung. Vor der nächsten Haltestelle steigt der Tunnel wieder an. Der Zug kann leichter abgebremst werden. Im Moment fahren hier nur die Bauzüge, die Material und Arbeiter zur unterirdischen Baustelle transportieren. Der Ausbau des U-Bahntunnels ist Schwerstarbeit. Alle Betonelemente sind kontrolliert und mit einem Freigabe-Stempel versehen.Für die Verlängerung der U-Bahn wird ein komplett neuer Streckentunnel gegraben. Diese riesige Maschine drückt ein Schneidrad vorwärts. Beda Weidemann, Bauleiter:"Jetzt am Ende des Vortriebes sind wir 1,50 Meter mit der Schildmaschine gefahren, man sieht es hier auch an den Stempeln. Uns schützt jetzt 70 Millimeter Stahl reihum, dass der Boden und das Wasser nicht herein treten." Mit Maschinenkraft montieren die Arbeiter die neuen Tunnelelemente zu einem Ring. Jedes Segment wiegt rund vier Tonnen. Jeweils sieben Teile formen einen Tunnelring. Zunächst werden alle Teile verschraubt. Ist der Ring geschlossen, stützen sich die Elemente gegenseitig. Für die neue Strecke sind zwei unterirdische Bahnhöfe geplant. Heute ist einer der spannendsten Momente für das Tunnelteam. Wird die Schildvortriebsmaschine am errechneten Punkt in die neue U-Bahnstation durchbrechen? Tunnelarbeiter"Wir fahren jetzt durch." Schon Monate arbeiten die Männer auf diesen Moment hin. Wenn der Durchbruch zu stark von den Berechnungen abweicht, wäre das eine Katastrophe für das Ingenieursteam. Nach einer quälend langen Stunde - Erleichterung. Das Schneidrad frisst sich genau an der markierten Stelle durch die Wand. Beda Weidemann, Bauleiter:"Besser kann man nicht landen, also ich denke sie haben es ja gesehen und es weicht die Spannung einer glücklichen Erleichterung, dass eben doch alles sehr gut gegangen ist." Nach der Durchbruch-Feier im Tunnel wartet noch einiges an Arbeit. Doch wie bislang auch, wird davon in der Stadt über den Tunnelbauern keiner etwas mitbekommen.

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