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Ethanolproduktion in Amerika

Iowa - Maisfelder wohin das Auge blickt. Das sind die neuen Ölfelder Amerikas. Und das ist der Stoff, mit dem die Amerikaner sich aus dem Würgegriff der Ölscheichs befreien wollen: Maiskörner. In dieser Anlage, die nicht viel anders funktioniert als eine Brauerei, wird Bio-Ethanol hergestellt. Staatliche Subventionen sorgen dafür, dass mehr und mehr davon das traditionelle Benzin ersetzt. Larson Dunn ist Chef der Ethanolfabrik, eine der modernsten in Iowa. Viele Maisbauern haben Anteile an der Fabrik - ein gutes Investment. Larson Dunn, Fabrikchef "Sehr profitabel ist es. Wir haben hier eine Gewinnspanne von 20-30 Prozent. In zwei bis drei Jahren haben sie ihren Einsatz wieder raus. " Maisbauer Causer ist einer der großen Gewinner des Ethanolbooms. Immer mehr Äcker bepflanzt er mit Mais. Bill Causer, Mais-Bauer "Sind Lebensmittel dadurch teurer geworden, wahrscheinlich. Aber dann waren sie vorher zu billig. Genauso wie beim Öl. Jetzt sind wir vergleichbar mit dem Rest der Welt." Für Bill Causer ist Mais als Energiequelle der richtige Weg, um die Abhängigkeit der USA zu verringern. Bill Causer, Mais-Bauer "Ohne Energie läuft bei uns doch nichts und irgendwann ist es zu Ende mit Erdöl und Kohle, dann müssen wir unsere eigenen Möglichkeiten nutzen, also fangen wir besser gleich damit an." Es ist gesetzlich beschlossen, dass die Ethanolproduktion in den nächsten 15 Jahren auf das sechsfache steigen soll. 51 % Subvention pro Gallone, also knapp vier Liter, sorgen für den guten Absatz an den Tankstellen. Iowas Schweine müssen sich wegen des Bioethanols ihr Futter nun also mit den Autofahrern teilen. Das treibt die Preise für Futtermais immer weiter in die Höhe. Joe Kerns, Schweinezüchter "Der Futtermais verdrängt schon jetzt andere Pflanzen und die Preise müssen wir weiter geben. Am Ende also müssen die Verbraucher für das Fleisch mehr bezahlen." Steigende Preise für Gemüse und Fleisch reißen immer tiefere Löcher in die Haushaltskassen der Amerikaner. Weil die Ethanolproduktion hier aber auch den Weltmarktpreis für Mais hochtreibt, leiden vor allem die Menschen in den weniger entwickelten Ländern. Nach einem Expertenpapier der Weltbank soll Ethanol einige Lebensmittelpreise um 75% erhöht haben, andere Experten sprechen von mindestens 30 %. Und besonders umweltfreundlich ist Ethanol auch nicht: Neben hohem Wasserverbrauch kostet die Produktion viel Energie. Vom Düngen bis zur Destillation des Ethanols wird mindestens so viel Energie verbraucht, wie man neue Energie gewinnt.

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