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Fire Watch

Brandenburg, einer der größten zusammenhängenden Kiefernwälder in Deutschland. Wenig Regen, trockene Sandböden und reine Kiefernbestände verwandeln den Wald in eine tickende Zeitbombe. Feuer könnten hier rasch außer Kontrolle geraten. Um das zu verhindern, setzen die Brandenburger auf Hightech im Wald: Das "Fire-Watch" System bildet, mit über 100 Spezialkameras aus der Weltraumforschung, ein flächendeckendes Überwachungssystem, das weltweit einmalig ist. Alle 8 Minuten sucht die Kamera schrittweise das gesamte Gelände nach Veränderungen ab. Sie erfasst unterschiedliche Grautöne 1000-fach präziser als das menschliche Auge, so kann sie selbst in 10 Kilometer Entfernung noch Rauchwolken registrieren. Die Bilder der Kameras laufen in 10 Waldbrandzentralen in Brandenburg auf. Die Kameras sind so verteilt, dass sich ihre Überwachungskorridore überschneiden, so dass der ganze Wald zuverlässig überwacht wird. Plötzlich eine Warnmeldung. Die Männer wissen, jetzt genügt ein Funke, um einen Waldbrand auszulösen. Allein bis Ende April hat es hier Vierzig mal gebrannt. Die Späher gehen auf Nummer sicher, die Feuerwehr rückt aus. Die Löschfahrzeuge schieben sich durch den Wald. Dank der guten Präventionsmaßnahmen des Forstamtes sind alle Zufahrtswege frei. Doch dann stoßen sie auf ein Hindernis, das ihnen schon lange ein Dorn im Auge ist. Ein ehemaliger Truppenübungsplatz der Sowjetarmee. Ein gefährliches Erbe. Hier lauert Munition, die jederzeit hochgehen kann. Wenn ein Großbrand tobt, macht er hier nicht halt. Eine Million Hektar Wald und in einem Drittel davon liegen scharfe Minen, Granaten und Bomben verborgen. Auch noch aus dem 2. Weltkrieg.Doch diesmal können die Männer Entwarnung geben, kein Feuer. Auch wenn es heute falscher Alarm war, für die Zukunft bleibt das Problem bestehen. Henri Merz Landesbranddirektor Brandenburg "Es ist nicht genau bekannt welche Munition auf dem Gelände liegt, wir erwarten, dass sehr viel drin liegt und das Problem ist das kein Feuerwehrmann reingeschickt werden kann, weil es jeden Moment detonieren kann." Immer wieder explodiert Munition unvermittelt. Manchmal genügt starke Sonneneinstrahlung, um die maroden Zünder auszulösen. Tickende Zeitbomben im Wald, von denen man nach Jahrzehnten immer noch nicht weiß, wie man sie loswerden kann. Das ist das Sicherheitsleck im "Fire-Watch" System. Denn selbst wenn ein Brand hier frühzeitig erkannt wird, die Feuerwehr kommt gar nicht richtig an den Brandherd dran. Ein Feuer wäre nicht zu kontrollieren, Löschmanöver nur aus der Luft möglich. Die Männer vom Forstamt in Brandenburg werden weiterhin die Augen aufhalten, denn nur wenn sie kleine Brandentwicklungen schon im Keim ersticken, können sie die Katastrophe verhindern.

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