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Fische unterm Eis

Still und starr liegt der See. Es ist Winter in Österreich. Der "Lunz" ist zugefroren. Wir wollen wissen: Müssen die Fische im Lunz jetzt sterben? Tauchstation. Von Forellen oder Plötzen ist erst einmal nichts zu sehen, dafür aber zeigt das Thermometer 3 Grad. Unterm Eis ist es also deutlich wärmer als überm Eis. Hier unten müssen Fische also überleben können. Das verdanken sie einer besonderen Eigenschaft des Wassers: der Elastizität, der Dehnbarkeit des H2O. Sinkt die Temperatur unter Null, zieht sich Wasser bekanntlich zusammen und wird Eis. Nun ist das Eis aber leichter als das Wasser zuvor war und schwimmt oben. Ein See gefriert also immer zuerst an seiner Oberfläche. Besonders warm ums Herz wirds dem Fisch, je tiefer er schwimmt. Mit zunehmender Tiefe nämlich steigt nämlich auch die Dichte von Wasser, mit zunehmender Dichte wiederum die Temperatur. An seiner tiefsten Stelle ist es im Lunz also auch im Winter immer 4 Grad warm.. Die Konsequenz: Ein See, der tiefer als sagen wir 1 Meter ist, wird nie komplett zufrieren und bietet so Überlebensraum für Tiere und Pflanzen im Winter. Hinzu kommt - das dichte Wasser - also das Wasser in der Tiefe - ist viel sauerstoffhaltiger und hilft deshalb nicht nur den Fischen zu überleben. Fische fahren ihren Stoffwechsel extrem herunter. Ihre Körpertemperatur sinkt dann auf 4 Grad Celsius, sie reduzieren ihre Atmung und senken die Herzschlagrate. In den Zellen der meisten Fische sind mehrfach ungesättigte Säuren eingebaut - sogenannte Omega-3-Fettsäuren. Diese halten die Zellenmembran elastisch und damit widerstandsfähig gegen die Kälte. Warum also können Fische im Winter unterm Eis überleben? Sie nutzen die Besonderheiten ihrer eigenen Zellstruktur und die Besonderheit des Wassers: die Elastizität.

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