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Heiße Ware -Stahlwerk am Polarkreis

Angespannte Stimmung am Überseehafen Rostock. In nur 12 Stunden müssen 2.500 Tonnen Schrott in den Bauch des Frachters Rhinborg verladen werden. 1000 Seemeilen, eine vier Tagesfahrt dauert die Reise zum nördlichsten Stahlwerk der Welt. Destinationsziel Mo i Rana eine Industriestadt in Nordnorwegen. Altmetall aus Dänemark, Schweden und Deutschland wird in der Stadt knapp unterhalb des Polarkreises gesammelt und zu neuem Stahl verarbeitet. Wieso gerade hier? Im Sommer ist es Tag und Nacht hell, außerdem kann die Stadt mit günstiger Energie aus Wasserkraft punkten. Die Arbeiter sind flexibel, arbeiten rund um die Uhr. So sind schnelle Abwicklung und Weiterverarbeitung garantiert. 25.000 Tonnen Recycling-Schrott - ein gigantischer Altmetallberg lagert in Mo i Rana. Viele große Maschinen und fleißige Hände sind notwendig um Altmetall in Stahl zu verwandeln. Der Schrott wird Sortenrein getrennt und in Stücke zersägt. Bevor das Altmetall eingeschmolzen wird, werden die Kessel nach exakt festgelegten Rezepten gefüllt und dann ergießen sich 65 Tonnen Schrottmix in den gigantischen Ofen. Die notwendige Hitze wird erzeugt durch elektrischen Strom. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei einem Tauchsiedeverfahren: Drei Hochspannungs - Elektroden aus Graphit schmelzen den Schrott im Ofen. Obwohl das Elektrostahlwerk gigantische Mengen Strom verbraucht, belastet es die Umwelt weniger als die herkömmlichen Erzstahlwerke. Zur Stahlschmelze braucht es 1500 Grad Celsius. Jetzt rinnen die Schlackenstoffe aus dem Ofen. Abgekühlt verwenden die Norweger das Abfallprodukt der Produktion für den Straßenbau. Stahl kochen ist aufwendig und bei über 200 Sorten kann schnell etwas schief gehen. Dann wäre das Produkt unverkäuflich. Deshalb gilt in Mo i Rana: vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Voice over Nyrud: "Wir entnehmen während des gesamten Prozesses Proben um sicher zu stellen, dass wir den Stahl erhalten, den wir wollen." Getestet wird auch auf radioaktive Strahlung, der Super Gau für die Stahlkocher. Radioaktiver Stahl könnte ein ganzes Bauwerk verseuchen. Ein Ausschlagen des Detektors hieße Verluste in Millionenhöhe. Wenn der flüssige Stahl die gewünschte Qualität hat, wird er in Metallformen abgegossen. Die glühenden Stahl Knüppel haben eine Länge von 9 Meter 30. Daraus werden Stahlstangen gepresst. Der fertige Recyclingstahl, wird gleich wieder auf den Frachter Rhinborg verladen. Denn die heiße Ware aus dem nördlichsten Stahlwerk der Welt wird dringend in Finnland erwartet.

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