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Hitze und Kälte

Menschen, Delphine, Hunde, Affen oder Vögel, sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind gleichwarme Lebewesen. Ihre Körpertemperatur bleibt normalerweise gleich, unabhängig von der Außentemperatur. Anders als zum Beispiel Reptilien: Sie brauchen die Sonne, um ihren Körper aufzuheizen. Beim Menschen beträgt die Körperkerntemperatur etwa 37 Grad dann können die Organe am besten arbeiten. "In unserem Körper laufen ja sehr viele verschiedene Stoffwechselvorgänge ab. Diese Vorgänge sind auf eine ganz bestimmte Temperatur quasi geeicht, in der sie am optimalsten ablaufen und das kann man in der Technik mit einer Betriebstemperatur einer Maschine vergleichen, die ja auch zu einer bestimmten Temperatur optimal läuft. " Der Körper versucht, diese ideale Betriebstemperatur im Körperinneren so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Größere Abweichungen durch Hitze oder Kälte sind nicht gut. Bei Fieber steigt die Temperatur an. Es ist eine Abwehrreaktion des Körpers, wenn Bakterien oder Viren eingedrungen sind. Mit Hitze versucht der Körper die Eindringlinge zu schwächen, damit die Abwehrzellen sie leichter bekämpfen können. Je stärker der Angriff ist, desto drastischer fällt auch die Abwehrreaktion aus. Das kann aber auch gefährlich werden: Bei Temperaturen von 41 Grad drohen irreparable Schäden. In einer Sauna herrschen bis zu einhundert Grad. Schon nach wenigen Minuten steigt die Körpertemperatur auf bis zu 39 Grad an. Ähnlich wie beim Fieber: Sauna ist Training für das Immunsystem. "Durch dieses kurzzeitige Fieber werden in unserem Körper Immunvorgänge angeregt, die die Immunabwehr verbessern und dadurch ist die Sauna auch eine Therapieform, wenn man so will, die besonders wirksam ist als Prophylaxe gegen Erkältungskrankheiten und andere Infektionserkrankungen." Ist der Körper längere Zeit Kälte ausgesetzt, versucht er durch einen höheren Energieverbrauch die Temperatur im Inneren konstant hochzuhalten. Schon bei einer Körperkerntemperatur von 35 Grad kommt es zu deutlichen Unterkühlungssymptomen. Fällt die Temperatur unter 30 Grad, wird es lebensbedrohlich. "Wenn allerdings an bestimmten Stellen im Körper die Temperatur erniedrigt wird, wie man das nach einer Stauchung oder Verletzung her kennt, wenn man einen Eisbeutel drauf tut, kann das vorteilhafte Effekte haben, es werden Entzündungsvorgänge gehemmt, es wird die Schwellung vermindert und die Schmerzrezeptoren, die unser Schmerzempfinden wahrnehmen, werden dadurch gedämpft." Eine extreme Anwendung von Kälte wird bei der Behandlung von Rheumapatienten eingesetzt: Nach einigen Minuten in einer Kältekammer, bei Temperaturen von minus einhundert Grad oder kälter, sind die meisten kurzfristig schmerzfrei. Kontrollierte Abweichungen von der idealen Betriebstemperatur des Körpers können also auch nützlich sein.

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