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Indiens letzte Löwen

Im Westen Indiens liegt der Gir Forest. Das letzte Rückzugsgebiet der asiatischen Löwen. Einst waren diese Tiere von Griechenland bis China verbreitet. Doch sie wurden verfolgt und fast bis zur Ausrottung gejagt. Andreas Kieling, Tierfilmer: "Ich denke, dass ich mich hier wieder in die Büsche schlage, weil das ist eigentlich das Zentrum des Gir Forests und hier leben eigentlich die meisten Löwen in diesem Kerngebiet." Tierfilmer Andreas Kieling ist auf der Suche nach dem Asiatischen Löwen. Und er weiß auch schon, wo er ihn finden kann. Andreas Kieling: "Jetzt wo im Wald das meiste Laub von den Bäumen gefallen ist, wird es für die Löwen immer schwieriger sich an ihre Beute geräuschlos heran zu schleichen. Da sind ihnen die Fahrwege der Malawis sehr willkommen." Und tatsächlich: Mitten auf dem Fahrweg eine Löwin. Sie hat einen Sambahirsch mit Kalb im Visier. Nur wenn der Abstand kurz genug ist, wird sie einen Angriff starten. Unnötig Kraft zu vergeuden kann sie sich nicht leisten. Trotzdem führt nur jede 20. Jagd zum Erfolg. Während Kieling mit seiner Kamera das Geschehen verfolgt, kommt eine Löwin des Rudels direkt auf ihn zu. Da hilft nur noch eines: Ruhe bewahren. Um die letzten Löwen Asiens steht es nicht gut. Die Tiere sind genetisch verarmt und können sich in dem kleinen Nationalpark nicht weit genug ausbreiten. Deshalb kommen sie den Menschen die hier leben oft sehr nah. Andreas Kieling: "Das ganze Dorf ist von einer großen Schutzhecke umgeben. Das ist ziemlich Löwensicher hier, weil hier stehen die Kühe die Nacht über. Und die Malawis haben natürlich Angst, dass die Löwen nachts hier rein kommen und eins ihrer Kälber reißen." Die Menschen hier leben noch genauso ursprünglich wie ihre Vorfahren. Andreas Kieling: "Das ist das einzige Malawi Dorf, dass noch besteht innerhalb des Nationalparks. Und sie sind die Einzigen, die hier im Park bleiben durften."Die Malawis kennen die Gefahr und gehen ihr möglichst aus dem Weg. Doch letzte Nacht haben die Löwen wieder einen Büffel gerissen. Andreas Kieling: "Da liegt der Kadaver." Ein völlig vernarbter Löwenmann bewacht den toten Büffel. Denn im Gegensatz zu seinen afrikanischen Verwandten muss ein Löwe hier selbst für seine Nahrung sorgen. Andreas Kieling: "Das ist wirklich ein Riesenbüffel, so wie es die Malawis beschrieben haben. Das ist ein ganz, ganz altes Männchen, seine Augen sind entzündet, dass sieht nicht gut aus." Unweit des alten Männchens entdeckt Kieling eine Mutter mit ihrem Wurf. Die Löwen vermehren sich wieder. Doch langsam wird der Platz zu eng im Gir Nationalpark. Ein weiteres Schutzgebiet für diese Löwen zu schaffen, ist allerdings kein leichtes Ziel in einem so dicht bevölkerten Land wie Indien.

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