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James Watt und die Dampfmaschine

Er sollte das Tor zu einem neuen Zeitalter aufstoßen und mit seiner neuartigen Maschinenkraft die Welt für immer verändern: James Watt. Alles beginnt 1763: Watt bekommt als junger Werkzeugmacher eine Modellnachbildung einer Dampfmaschine auf seinen Tisch. Sie wurde von einem Engländer schon 1712 für die Entwässerung im Bergbau entwickelt, erwies sich aber als zu schwach für den Einsatz unter Tage. Den Grund dafür erkennt Watt sofort: Der heiße Dampf wird im Zylinder abgekühlt. Dabei, das hat Watt herausgefunden, geht jede Menge Wärmeenergie verloren. Der junge Schotte ist besessen von der Idee, Dampf als die Energiequelle der Zukunft nutzbar zu machen. Er will eine Maschine entwickeln, die mehr Leistung bringt und dabei weniger Kohle verbraucht. Seine Idee: Ein Kondensator, der außerhalb des Zylinders sitzt. Watt verlagert die Kondensation aus dem Zylinder in ein separates, permanent gekühltes Gefäß. Der Dampf kondensiert schneller, der Zylinder bleibt permanent heiß. Das Resultat: Watts Maschine läuft doppelt so schnell wie ihr Vorgänger! Ein großer Erfolg, allerdings bislang nur auf Papier: Watts Entwürfe zeigten eine Dampfmaschine, die größer werden sollte als alles, was bisher gebaut wurde. Watt muss dringend eine Schmiede finden, die Maschinenteile in entsprechender Größe und Qualität bauen kann. Der Erfinder schließt sich schließlich mit Wilkinson zusammen, dem sogenannten "König der Eisenbarone". Der Gießmeister ist schon zu Lebzeiten eine Legende. Tatsächlich liefert er Watt schon bald einen meisterhaften Dampfzylinder. Einzigartig in seiner Präzision. 1777 ist es soweit. Dem Bau der ersten "Wattschen Dampfmaschine" steht nun nichts mehr im Weg. Mit dieser neuartigen Maschinenkraft stößt Watts die Tür auf zu einem neuen Zeitalter. Seine Erfindung verändert allmählich das ganze Land, wird zum Motor einer neuen Epoche: Der industriellen Revolution. Der unaufhaltbare Arbeitstakt der Dampfmaschine verändert das Antlitz der Welt. Die Auswirkungen spüren wir bis heute.

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