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Jetlag

Landstreckenflieger kennen das: nach einem Flug durch verschiedene Zeitzonen kommt man am Zielort an und muss mit dem Jetlag kämpfen. Der Schlaf-Wach-Rhythmus und die innere Uhr sind durcheinander geraten. Sie ist ein körpereigener Mechanismus, der den gesamten Stoffwechsel an den Tagesrhythmus anpasst. Bis zu 15% unserer Gene sind nur zu bestimmten Zeiten aktiv: abends und nachts fließen zum Beispiel vermehrt Schlafhormone durch unser Blut. Zum Aufwachen hingegen werden Streßbotenstoffe ausgeschüttet. Normalerweise liegen wir in einem stabilen 24 Stunden Rhythmus - eine Zeit, in der sich die Erde einmal um die Sonne dreht. In dieser natürlichen Taktung ist es nicht vorgesehen, dass Menschen sich rasend schnell über den Planeten bewegen. Unser Rhythmus bleibt deshalb buchstäblich auf der Strecke. Prof. Dr. Horst-Werner Korf, Chronomediziner "Wir nehmen im Grunde genommen unsere innere Uhr vom Ausgangsort, nehmen wir mal Frankfurt am Main an, mit an das Ziel, also zum Beispiel wir fliegen nach Los Angeles, dann ist eigentlich unsere Uhr zunächst einmal in Frankfurt geblieben und unsere innere Uhr würde uns zum Beispiel Abend signalisieren, aber es ist früher Vormittag. Wir müssen im Grunde genommen eine Verschiebung von 9 Stunden verdauen und verkraften ." Haupttaktgeber ist das Sonnenlicht. Morgens stellt es die innere Uhr auf wach und aktiv. Abends polt die Dunkelzeit die Körperzellen auf Nacht. Jahrmillionen hat sich unser Organismus darauf eingestellt. Wenn dieser Rhythmus aus dem Takt gerät, entsteht ein Jetlag. Dabei gilt, ein Flug Richtung Osten, also gegen die Sonne, macht Reisenden häufig stärker zu schaffen als ein Flug mit der Sonne Richtung Westen. Andreas Sehr, Purser "Natürlich hängt es damit zusammen, dass wir andere Abflugszeiten haben beispielsweise nach Japan als in die USA. Und man kommt zu einem anderen Zeitpunkt an. Es ist ungleich einfacher, an einem Nachmittag in den USA noch 2,3 Stunden zu überstehen, bis man ins Bett gehen kann, als in den östlichen Raum zu fliegen und dort am Morgen anzukommen, wo man noch erheblich länger hat, um das zu überbrücken." Wer am Zielort ankommt, sollte viel Sonne tanken und sich gleich in das Leben stürzen. Schlafengehen sollten Globetrotter erst, wenn die Sonne untergeht. Als Faustegel gilt, der Körper kann täglich eine Stunde Zeitumstellung bewältigen. Allerdings ist die Anpassungszeit individuell sehr unterschiedlich.

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