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Karthago - Ein Imperium geht unter

Nachdem Hannibal die Alpen überquert hat, tritt er einen Triumphzug durch Norditalien an. Für die Römer reiht sich Niederlage an Niederlage. Mit List und Tücke führt Hannibal seinen Feind immer wieder in einen Hinterhalt, er nutzt Überraschungsmomente und die Flexibilität seiner Truppen: O-Ton Klaus Reinhardt "Hannibal hat die großen Schlachten gewonnen, indem er nicht nur auf die Phalanx seiner Infanteristen gesetzt hat, sondern vor allem auf die beweglichen Kräfte." Dunkelhäutige Numidische Reiter, spanische Kelten, Griechen in schwerer Rüstung, Gallier und eine besonders gefürchtete Gruppe, die Kämpfer von den Balearen. Sie zogen mit einer aus Bast geflochtenen Schleuder in den Kampf. Diese Waffe trifft mit tödlicher Präzision. Doch auch die Karthager sind gezeichnet von den Kämpfen. Aber sie haben keine Hilfe zu erwarten. Bleibt nur eines. Schlauer sein als der Feind. Die Römer hingegen setzen auf die Übermacht durch Masse - immer wieder schicken sie den Karthagern frische Legionen entgegen. Die Kämpfe gipfeln in der berühmten Schlacht von Cannae, die bis heute als Paradebeispiel einer Kesselschlacht an Militärakademien gelehrt wird. Die zahlenmäßig überlegenen Römer werden durch Hannibals Taktik vernichtend geschlagen. Ein drittel aller wehrfähigen Männer Roms hat ihr Leben verloren. Es sieht so aus, als sei Hannibal nicht mehr zu stoppen. Doch da wendet sich das Blatt der Geschichte: die Römer ernennen im Senat den 23 jährigen Scipio zum General. Er hat einen Plan, wie er Hannibal besiegen will. Prof. Giovanni Brizzi "Man muss Legionen ausheben und Hannibal dort bekämpfen wo er nicht ist. Hannibal mag ja viele Gaben besitzen, aber eine sicher nicht: Er kann nicht gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten sein." Scipio ignoriert Hannibal und seine Truppen in Italien, er besetzt die Karthagische Kolonie Spanien, die mit ihren Silberminen das Geld für Hannibals Truppen speist. Hannibal erreicht ein Bündel im karthagischen Lager. Darin: der Kopf seines Bruders - als Zeichen dafür, dass jetzt die Römer das Spiel diktieren. Scipio ist in Nordafrika gelandet, sein Heer steht eine Tagesreise südlich von Karthago. Plötzlich steht die Heimat auf dem Spiel. Jetzt will Hannibal verhandeln, doch Scipio lehnt ab. Auf dem Schlachtfeld von Zama kommt es zur entscheidenden Auseinandersetzung. Diesmal agieren die Römer geschickter - Hannibals einzige Niederlage nach so vielen Siegen kostet Karthago. Hannibal setzt sich ab, flieht fast 20 Jahre lang, dann nimmt er sich selbst das Leben, fernab der Heimat, die er nie mehr betreten durfte. Mit dem Sieg über Karthago beginnt der Aufstieg Roms zur Weltmacht. Während Scipio die nordafrikanische Stadt verschont, wollen die nachfolgenden Politiker Roms Rache. Fast 40 Jahre nach Hannibals Tod erklärt Rom Karthago noch einmal den Krieg - am Ende des blutigen Gemetzels steht völlige Vernichtung. Eine schreckliche Ironie der Geschichte: Der Sturz des Imperiums Karthago - eine Folge der Siegeszüge Hannibals.

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