Sophie Friederike Auguste von Anhalt - Zerbst. Für die deutsche Prinzessin beginnt im Jahr 1744 die Karriere. Sie ist noch ein Kind, aber sie weiß, was sie will: Zarin von Russland werden. Als Heiratskandidatin für den zukünftigen Zaren reist sie in eine fremde Welt. Das Aschenputtel aus bescheidenem Adel tritt in die Märchenwelt der russischen Zarenpaläste ein und strebt einer großen Zukunft entgegen.
Als Katharina die Große erobert sie die Zarenkrone und steigt zur mächtigsten Frau ganz Europas auf. Aber der Weg dorthin ist steinig. In ihren Memoiren schildert Katharina die Große später ihre Ehe mit Peter von Holstein als endloses Beziehungsdrama. Der trunksüchtige Thronerbe soll den ganzen Tag Puppensoldaten kommandiert haben. Er interessiert sich nicht für die Herrschaft, nicht für Russland und nicht für seine Frau. Anfangs geht sie dennoch auf Peters Verrücktheiten ein, sie will sich ihn zum Verbündeten machen. Aussichtslos. Also setzt die junge Deutsche alles auf sich und gegen ihren Gemahl. Sie konvertiert zum Russisch-Orthodoxen Glauben und erhält den Namen Katharina. Mit eiserner Disziplin lernt sie wie besessen die russische Sprache. Sie will herrschen, doch Politik und Diplomatie fordern Geduld. 20 Jahre lang muss Katharina warten, bis sie mit der russischen Garde ein Komplott schmieden kann, das schließlich ihren Gemahl Zar Peter stürzt.
Katharina wird im Sommer 1762 von der Garde auf den russischen Zarenthron gehoben. Armee und Aristokratie, alle schwören den Treueid auf die neue Regentin. Hinter vorgehaltener Hand aber wird sie oft als eiskalte Thronräuberin bezeichnet. Der gestürzte Peter wird verhaftet und kurz darauf umgebracht, ohne Katharinas Wissen, das zumindest beteuert sie.
Die Zarin hatte zahlreiche Liebhaber, die sie bei der Herrschaft über das Russische Reich unterstützten. Einer von ihnen war Fürst Potemkin, dem sie ein Schloss schenkte. Unter Katharinas Herrschaft erfuhr Russland das goldene Zeitalter des Adels. Ein Juwel der Zarenarchitektur ist beispielsweise der Chinesische Palast in Oranienbaum nahe Petersburg. Die Säle atmen noch heute den Lebensstil der Zarin. Katharina glaubte an Fortschritt und Bildung. Und an ihre Macht: Widerstand setzte sie Widerstand entgegen. Ein Leben lang. Mit 67 Jahren starb Katharina die Große 1796 in Sankt Petersburg.
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