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Kleber, Kleister, Leim

Geklebt wird nahezu überall: zu Hause, im Büro, in der Schule und auch in der Industrie. Was früher genietet oder verschraubt wurde, wird heute einfach zusammen geklebt. Aber warum klebt Kleber überhaupt? Das äußerst praktische Prinzip "Klebstoff" wurde nicht vom Menschen erfunden - es ist vielmehr von der Natur abgekupfert. Spinnen beispielsweise verwenden Klebstoff zum Beutefang. Sie bestreichen einige ihrer Fäden mit Leim. In dieser klebrigen Falle bleiben dann Insekten gefangen. Termiten haben an ihrem Kopf eine Klebstoffdrüse. Damit legen sie wirkungsvoll ihre Opfer lahm.Und dann gibt es noch Geckos, die selbst kopfüber auf Glas laufen können. Die Theorie hinter dem Klebstoff heißt Flächenhaftung oder Adhäsion. Ein Test zeigt: ein nasses Blatt Papier heftet besser an mehreren Wattestäbchen. Wenn es zwischen zwei Substanzen nur wenige Berührungspunkte gibt, besteht die Gefahr, dass die Verbindungen schnell aufbrechen. Also je mehr Berührungspunkte, desto besser die Haftung.Das zweite Klebeprinzip nennt sich Kohäsion. Wenn einem Haufen Spaghetti Wasser entzogen wird, verkleben die Nudeln. Oder: Flächen haften aufgrund innerer Festigkeit. Peter Menzel, Wissenschaftler:"Die Nasskleber enthalten in der Regel immer Lösungsmittel, entweder Wasser oder etwas leicht verdampfbares und das Lösungsmittel verdampft, es bleibt die Klebesubstanz übrig, die dann die Partikel, die Teilchen verklebt." Nasskleber ist vor allem für raue Oberflächen geeignet.Außerdem gibt es noch Haftkleber, der sich von Oberflächen wieder ablösen lässt.Klebstoffe sind nicht mehr weg zu denken. Selbst Flugzeuge werden verklebt, nur so ist die Leichtbauweise möglich. Kleber, Kleister und Leim - allesamt kleine Genies.

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