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Kleine Burggeschichte

Oberes Mittelrheintal zwischen Rüdesheim und Koblenz. Burgen und Ruinen dicht an dicht wie nirgendwo sonst. Weltkulturerbe und einer der spektakulärsten Landschaften Europas.Stolze Burgen auf steilem Fels. Im Mittelalter saß hier der Adel und kassierte Zoll von den vorbeiziehenden Schiffen. Im Laufe der Jahrhunderte zerstörten Kriege die gewaltigen Anlagen. Die Rettung der Burgen im Tal der Loreley, kam im 19. Jahrhundert. Eine romantische Stimmung ergriff die Deutschen. Wer es sich leisten konnte, kaufte eine der baufälligen Immobilien und errichtete einen exklusiven Sommersitz im alten Stil. Das erste Projekt dieser Art war Burg Rheinstein. Weil der Preußenprinz Friedrich Wilhelm beim Wiederaufbau auf eine ordentliche Zufahrt verzichtet hatte, musste sich Markus Hecher, der heutige Burgherr, etwas einfallen lassen. Eine kleine Weinbergsbahn transportiert fast alles, was oben gebraucht wird. Rheinstein ist seit 1975 im Besitz der Familie Hecher. Die heruntergekommene Burg, die damals bereits ein Museum war, stand zum Verkauf. Sein Vater wagte das Abenteuer. Die ersten Jahre richtete sich die Familie Hecher, die aus Österreich an den Rhein kam, ganz oben in der alten Prinzenwohnung ein. Vater Hecher, ein Opernsänger, war hingerissen von der romantischen Kulisse. Sohn Markus, damals 16 Jahre alt, war weniger begeistert. Markus Hecher:"Als mein Vater die Burg kaufte und wir die Überlegungen entwickelten auch hier zu wohnen, hier zu leben auf der Burg, da war das für mich alles sehr trist und grau. Sehr unwirklich. Das Ganze. Die technischen Voraussetzungen waren eine Katastrophe.Doch die Hechers haben durchgehalten und Burgfreunde gefunden, die ehrenamtlich mit anpacken. Mit Hilfe eines Fördervereins erstrahlt fast die ganze Burg in neuem Glanz. Katarina Hecher ist der jüngste Spross der Familie. Sie ist hier oben aufgewachsen, eine Kindheit auf der Burg. Katharina Hecher:"Es war natürlich ne andere Situation im Vergleich zu Kindern aus der Grundschule, die im Ort gewohnt haben und auch mal gerade nach neben an zu einem Freund gehen konnten. Bei mir war das immer ein bisschen schwieriger. Aber dafür hatte ich dann das Erlebnis hier auf der Burg zu leben und das war dann schon auch toll. Also das war schon etwas Besonderes."Rund 35.000 zahlende Besucher finden jedes Jahr den mühsamen Weg auf Burg Rheinstein. Gerade genug um davon zu leben. Ritterrüstungen, verwinkelte Ecken, Terrassen und Türme die darauf warten erobert zu werden. Rheinromantik zum Anfassen.Für Familie Hecher ist die Burg zur Lebensaufgabe geworden und das Tal der Loreley zur neuen Heimat.

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