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Längster Eisenbahntunnel der Welt - Gotthard Basistunnel

1000 Minenarbeiter stellen sich gegen die Natur. Sie arbeiten rund um die Uhr, unter Tage, bei 40 Grad Celsius - ihre Aufgabe: der Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt. Ort des Geschehens: das Gotthard Bergmassiv in der Schweiz, hier entsteht der 57 Kilometer Lange Tunnel, die neue Nord -Süd Verbindung. Ab 2015 sollen hier Hochgeschwindigkeitszüge mit 250 kmh von Zürich nach Lugano fahren. Quer durch das 2000 Meter hohe Bergmassiv wird sich der Tunnel in drei Röhren erstrecken - alle Tunnelröhren zusammengerechnet entstehen 150 Kilometer Tunnel. Eine gefährliche Arbeit in 800 Metern Tiefe, die sich auf genaue Berechnungen von Ingenieuren und Geologen stützt. Denn das Gotthardgestein bestimmt die Methode des Tunnelbaus. Für harten Fels wird eine Tunnelbohrmaschine eingesetzt. Mit ihrem 10 Meter Bohrkopf gräbt sie sich durch das Gestein. Bis zu 30 Meter schafft das Maschinenmonster am Tag. Die Felswand wird immer wieder untersucht: Meter für Meter der Steinwand gecheckt - dann erst kann entschieden werden, welches Werkzeug hier am besten ist. Weiche Gesteine wie Kalk oder schiefer werden weggesprengt. Doch das ist eine heikle Sache, da die Tunneldecken leicht einstürzen können, deshalb werden sie mit einem Verankerungssystem aus Stahl und Beton abgestützt. Das Besondere am Tunnelbau im Gotthardmassiv: Die Arbeiten beginnen an zwei Seiten, zum Schluss sollen sich die Röhren in der Mitte treffen. Hier ist Genauigkeit gefragt, sonst könnten sich die Röhren verfehlen, doch genau das stellt die Arbeiter immer wieder vor Schwierigkeiten: Der ungeheure Gesteinsdruck verengt die Tunnelröhre um bis zu 70 cm, das Resultat: Die Bohrmaschine wird von ihrem Weg abgedrängt. Wird die Ideallinie verfehlt muss die Richtung wieder um ein paar Grad korrigiert werden. Ein ständiger Kampf um die richtigen Entscheidungen, hier darf kein Fehler passieren, sonst werden sich die Röhren niemals treffen. 2015 sollen hier die ersten Züge fahren, vorher haben die Männer unter Tage noch viel Arbeit vor sich. Sie bauen an einem Tunnel, der vieles im Güter und Personenbereich verändern wird. Die Bauweise des Tunnels erlaubt schwerere und längere Züge vor allem aber: Mehr Züge.

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