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Leben in der Bronzezeit

Ein Friedhof in der Nähe von Tiflis gelegen. Totengräbern waren hier beim Ausheben eines Grabes seltsame Knochen aufgefallen. Das Archäologen Team ist in Bereitschaft. Denn ganz in der Nähe haben sie das älteste Gold - Bergwerk der Menschheit entdeckt. Schon der erste Blick verrät: Die menschlichen Überreste müssen sehr alt sein. Gehören sie den ersten Goldgräbern der Menschheit? Das Team macht sich sofort an die Arbeit. Archäologische Routine: Freilegen, Dokumentieren, Zeichnen. Erste Spuren der Vergangenheit: Keramiken und Töpfe, wahrscheinlich Grabbeigaben. Aber keine Goldobjekte. Dann Knochen. Zerstreut. Die Zähne der Toten. Ihre DNS könnte wichtige Erkenntnisse bringen. Dann eine entscheidende Entdeckung im Staub: Mikroskopisch klein: Spuren von Gold im Sand. Das könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass hier das Golderz aus dem Goldbergwerk Sakdrissi verarbeitet wurde.  Um zu verstehen, warum die Menschen in der Bronzezeit genau hier siedelten, erkundet Archäologe Thomas Stöllner das legendäre Goldland aus der Luft. Von oben beantwortet sich die Frage wie von selbst: Das Gebiet war für die Bewohner leicht zu bewachen und gut gegen potentielle Angreifer zu verteidigen.Zurück am Boden: Mit Hilfe eines Bodenradars ist das Forscherteam in der Lage, eine "digitale" Ausgrabung durchzuführen. Wie erhofft, ortet das Gerät Straßen, Kanäle und Mauern unter der Erdoberfläche. Die Messungen deuten daraufhin, dass sich hier eine ungefähr 60 Hektar große Siedlung befunden hat, in der zwei- bis dreitausend Menschen gelebt haben könnten.Anhand der geophysikalischen Ergebnisse können die Archäologen ihre Grabungsstellen zentimetergenau einmessen. Die Ausgrabungen führen schnell zu ersten Funden: Keramiken, winzige Perlen, Werkzeuge, Grundmauern und ein Ofen, wie er wahrscheinlich in einer Werkstatt benutzt wurde.Darauf deutet auch ein auffällig glatter Stein hin, ganz offensichtlich eine Reibefläche. Er könnte als Erzmühle benutzt worden sein. Das würde den Fund des Goldsandes erklären. Erst die Gesamtsicht zeigt den Zusammenhang: Unweit des Mühlsteins im Nebenraum stand der Ofen. Der wabenförmige Gebäudekomplex war eine Werkstatt mit verschiedenen Fabrikationsstufen. Das spricht für eine Arbeitsteilung und ausgereiftes Know-how in der Goldverarbeitung und das vor 5000 Jahren.

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