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Leben im Bio-Chip

Die geheimen Baupläne des Lebens zu entschlüsseln ist der Traum vieler Wissenschaftler. Nanobioniker beginnen mit ihrer Suche auf zellulärer Ebene. Ihr Ziel: Künstliche Zellen und damit künstliches Leben schaffen aus toter Materie. Aus reiner Chemie. Noch steht die Forschung am Anfang: Der Vorläufer einer künstlichen Zelle besteht aus einem Bio-Modul, einem beschichteten Computerchip. Dieser soll in einer eigens entwickelten Apparatur, der Omega Maschine, quasi zum Leben erweckt werden. Genaugenommen will man der Zelle nach und nach die Eigenschaften geben, durch die Leben definiert wird - die Fähigkeit zum Stoffwechsel, zur Vermehrung und zur Abgrenzung gegen die Umwelt. Über einen Rechner und Datenleitungen können die Forscher alle Vorgänge in dem Bio-Chip kontrollieren und steuern. Das System wird an hauchdünne Leitungen angeschlossen. Über diese Kanäle pumpen die Wissenschaftler gelöste organische Verbindungen in das Innere der Zelle. Lebenselixiere, könnte man sagen. John McCaskill, Chemiker, Ruhr-Uni Bochum:? "Das ist ein Modell, womit wir auch versuchen, quasi den Schritt in Richtung künstliche Zelle im Labor zu erzielen, dass wir erstmal einen Teil der Funktionalität der Zelle künstlich zugeben und Schritt für Schritt diese extra, von aussen gegebene Funktionalität in der Zelle haben wollen, zurücknehmen und erwarten, daß durch einen evolutiven Prozess das System selbst herausfindet, wie man diese ganze Sache zusammenfügt." In der Omega Maschine arbeiten ein Mikroskop und eine hochempfindliche Chip-Kamera. Diese kann die Nano-Prozesse in der Zelle filmen, weil die Forscher fluoreszierende Moleküle verwenden. Moleküle, die bei Bestrahlung Licht zurückwerfen. So kann man die Vorgänge in der Zelle dynamisch per Mikroskop überwachen und mit Hilfe des Rechners jederzeit gezielt beeinflussen. Noch betreiben die Forscher Grundlagenforschung, aber die Grenzen zwischen Maschine und künstlichem Leben verschwimmen hier bereits. John McCaskill, Chemiker, Ruhr-Uni Bochum:? "Es gibt 2 Hauptachsen der Betrachtung, das eine ist die Frage "Wie ist es mit der Heiligkeit des Lebens, was wird davon berührt durch solche Forschung und durch die Fähigkeit, ein künstliches Lebewesen zu schaffen" und die andere Betrachtungsart, die auch eine wichtige ethische Dimension hat, ist, wie sind die Gefahren, die davon ausgehen und wie geht man damit um." Forschung an künstlichem Leben - das ist Wissenschaft mit immensem Potential, aber eben auch mit heute noch unbekannten Risiken.

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