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Lebensmittelattrappen

Zum Reinbeißen sehen diese Wurstwaren aus. Dabei sind sie nur aus Plastik. Die Attrappen sollen der Kundschaft Appetit machen, zum Kaufen verführen. Bis sie täuschend echt aussehen, ist es ein langer Weg. Beispiel Schwarzwälder Schinken: Im ersten Arbeitsschritt wird er in einen Formkasten gebaut. Wenn der Bleirahmen sitzt, wird die Form ausgefüllt. Zuerst kommt ein Gemisch mit flüssigem Harz rein. Obendrauf folgt später Silikon. Auf diese Weise entstehen Ober- und Unterteil der Negativform für den Schinken. Über 2000 Attrappen hat man hier schon gebaut. Obst, Gemüse, Käse oder Wurst - alles ist machbar und Abwechslung garantiert. "Da wir ja konkurrenzlos sind, fast im ganzen europäischen Raum, ist es natürlich eine feine Sache. Und vor allem macht es immer noch Spaß, das ist ja jeden Tag praktisch etwas Neues, was wir anfangen, das ist also absolut nicht langweilig." Der Grundstoff für alle Formen ist gleich: Silikon. 50 Euro kostet das Kilo, für den Schinken braucht man 3. Wenn die Form voll ist, muss das Ganze ruhen und austrocknen, am besten einen ganzen Tag lang. Dann darf der Schinken raus. Und was sagt der Chef? Zufrieden mit dem Ergebnis? "Das schaut alles gut aus." Was jetzt noch fehlt, ist Farbe. Der Trick hierbei: die richtige Mischung.  "Das hier sind jetzt die Fleischfasern, also die dunkleren, da kann man verschiedene Farben zusammenrühren, dann kommt die Fleischfarbe rein, das gibt dann eine gewisse Tiefe." Die so ausgemalte Form ist nun vorbereitet für die Füllung. Damit die Attrappe später nicht zu schwer wird, kommt ein mit Härter versetztes Wasser-Harz-Gemisch hinein. Nach einer halben Minute hat sich das Innenleben des Schinkens breit gemacht. Die chemische Reaktion ist vorbei, entscheidet der prüfende Blick. Raus aus der Form. Sieht schon aus wie ein richtiger Schinken und in diesem Fall riecht es sogar so. "Wenn man eine neue Form hat, dann riecht das halt noch ein bisschen nach dem Original und jetzt riecht es halt wirklich wie ein echter Schinken." Jetzt kommt der Feinschliff, die Nähte vom Rand der Gussform müssen weg und beim Anschnitt fehlt noch der Speck. Der letzte Arbeitsgang ist wieder Chefsache. Es folgt Die endgültige Farbe des Schinkens. 150 Euro kostet das Double, 3 mal so viel das Original. Dafür ist die Attrappe aber auch Licht- und Formbeständig und unbegrenzt haltbar.

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