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Mikrofilm - Speichermedium mit Zukunft

Der Datentod bedroht unsere Kultur. Die Ursache lauert im Computer: Die Träger digitaler Daten sind nach wenigen Jahrzehnten schon nicht mehr lesbar. Mit dem Verfall unserer Aufzeichnungen, fürchten viele Wissenschaftler auch den Verlust unserer Geschichte und damit den Verlust der Identität einer ganzen Generation. Das Deutsche Bundesamt für Zivilschutz hat eine Speicherlösung gefunden, die unsere Geschichte retten soll. Die Voraussetzungen sind gut. Das Speichermedium ist robust, winzig und ohne Computer lesbar. Seinen Bekanntheitsgrad hat er vor allem durch Spionagefilme errungen: Der Mikrofilm. In einem Bunker eingelagert, sollen Mikrofilme das Langzeitgedächtnis unserer Generation darstellen. Der Bunker liegt in einer alten Silbermine im Allgäu. Die unterirdischen Gänge sind zentimeterdick mit Beton ausgekleidet. Atombombensicher ist das Lager der kulturellen Erinnerungen. Der Luftraum über der Silbermine ist gesperrt, nur wenige kennen den versteckten Eingang. Seit 1978 steht die Anlage unter Sonderschutz der Haager Konvention und der UNESCO in Paris. In 1400 luftdicht versiegelten Stahlfässern lagern 600 Millionen Dokumente, alle fotografisch archiviert. Filme, Akten, Gesetzestexte, Bestände von Bibliotheken, Fotos - alle Dokumente, die für national bedeutsam erachtet werden, sind hier auf 16,8 Millionen Meter Mikrofilm verwahrt. Dazu kommt das ganze Archiv, der damaligen DDR. Regelmäßige Kontrollen geben den Fachleuten Aufschluss über die Beständigkeit des Filmmaterials. Die klimatischen Bedingungen für die Fässer im Barbarastollen sind gut, das Filmmaterial in einem einwandfreien Zustand. Auch wenn keiner Langzeiterfahrung hat, gehen die Forscher im Moment von einer Haltbarkeit der Filme von 400 Jahren aus. Es scheint, als erlebt der Film eine Renaissance in der digitalen Welt.

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