Vor gar nicht all zu langer Zeit waren Familie und Dorfgemeinschaft die Basis für soziale Kontakte.
Mit dem Stadtleben und der urbanen Arbeitswelt gestalteten sich die Möglichkeiten Freundschaften zu schließen dann vielfältiger und mit dem Internet wuchsen die Bekanntschaftsoptionen schließlich Richtung Unendlichkeit.
Allerdings können virtuelle soziale Netzwerke, gebunden an den heimischen PC, kaum ein Abbild des modernen mobilen Lebens widerspiegeln.
Sie verraten uns nicht einmal den momentanen Aufenthaltsort unserer Freunde.Doch das ändert sich gerade. Moderne Kommunikationsgeräte wie iPhone oder Blackberry wissen dank GPS genau, wo sie sich gerade befinden.
Auch am Brückenschlag ins Web und darüber hinaus zu unseren Freunden wird bereits fleißig gewerkelt. O-Ton Felix Petersen, Plazes.com
"Wir haben auf der einen Seite die Möglichkeit, sich leichter zu orten, kostenlos zu orten und auf der anderen Seite haben wir die Verbreitungsmöglichkeiten, wo ich weiß, wenn ich da was hinschicke, hören mir Leute zu. Es heißt, wenn ich was zu Twitter oder Facebook schicke, dann weiß ich, 100, 200 Freunde hören zu. Und die Verbindung von beidem sind eigentlich die Dienste, die wir jetzt sehen. Also zum Beispiel auf dem iPhone, dass ich sage, orte wo ich bin und veröffentliche es im Internet."
Bereits seit 2004 arbeitet Plazes an der Verknüpfung von Ort, Mensch und Internet. Und gehört damit zu den Pionieren unter den mobilen Communities. Für die Mitglieder gestalten sich die Auswirkungen auf ihren Alltag bisher eher alltäglich.
O-Ton Felix Petersen
"Also, dass man zum Beispiel sieht, jemand ist jetzt gerade von der Arbeit los, also ruf ich ihn an und sage, Du, ich hab gesehen Du bist grad los, kannst Du mir noch ein paar Mohrrüben mitbringen oder so."
Das Pflegen von Kontakten durch Karottenpräsente ist eine Sache, eine andere, neue Menschen kennenzulernen.
Das Berliner Start-Up Aka-aki verwandelt zu diesem Zweck Handys in eine Art Freundschaftsradar. O-Ton Stefanie Hoffman Aka-aki.com
"Es gibt soviel Leute da draußen, die interessant sein könnten aber ich hab nicht die Chance so viel Informationen über die zu haben, um das zusammen bringen zu können. Und das kann ja momentan halt die online sozialen Netzwerke, dass sie die Leute quasi virtuell mit einander verknüpfen und wir wollen ein Stück Realität noch hinzufügen."
Dieses Stück Realität sind bei Aka-aki bunte Bildchen, sogenannte Sticker, die Nutzer sich in ihre Profile kleben, um ihre Interessen zu zeigen.
Halten sich zwei Mitglieder mit genügend gleichen Stickern in der Nähe auf, macht das System einen Freundschaftsvorschlag. Die moderne Art, Leute aus der Nachbarschaft kennen zu lernen.
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