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Ölkatastrophe Nigeria

Es sieht aus wie die Kulisse eines Hollywoodfilms, zerstörte Wälder, dunkle Rauchschwaden, Feuer überall. Doch das hier ist keine Fiktion. Im Nigerdelta herrscht seit Jahrzehnten eine Ölpest. Marode Pipelines und auch Sabotage sind die Gründe dafür. Celestine Akpobari, Menschenrechtsaktivist "Hier standen früher Mangrovenwälder, mit riesigen Krabbenschwärmen, mit Fischen, das alles gibt es seit ein paar Jahren nicht mehr, wegen der Ölpest. Alles verseucht, schaut euch die Farben auf dem Wasser an." Das Wasser stinkt nach Benzin, hunderte Quadratkilometer sind verseucht. Rund 6000 Kilometer Ölpipelines verlaufen durch das Nigerdelta, die meisten sind völlig veraltet. In den Sumpfkanälen stehen hunderte alte Bohrköpfe, die Betreiber haben sie zurück gelassen, die Anlagen vergammeln. Aktivisten sprechen von der größten Ölkatastrophe weltweit. Celestine Akpobari, Menschenrechtsaktivist "Die Bohrköpfe sind das Hauptproblem, sie stehen immer noch unter Druck und manchmal platzen die Leitungen und dann schießt das Öl heraus, das hier sind die Stellen, von wo die Jungs ihren Nachschub holen." Die Jungs betreiben illegale Kleinraffinerien. Ein Geschäft für viele Seiten. Dumadi Baribo "Wir zahlen der Wasserschutzpolizei Schmiergelder, dann lassen sie uns in Ruhe hier arbeiten." Eine Arbeit, die lebensgefährlich ist und zu einer massiven Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser führt. Damit die improvisierten Anlagen nicht überhitzen und explodieren, werden sie mit Wasser gekühlt. Zwischenfälle passieren aber trotzdem immer wieder. Letztes Jahr sind hier 6 Männer bei einer Explosion ums Leben gekommen. Trotzdem gibt es die illegale Raffinerien zu hunderten im Nildelta. Hier wird aus dem abgezapften Öl Benzin, dann Kerosin und zum Schluß Diesel gewonnen - Sprit für den Schwarzmarkt. Die Männer verdienen 150 Dollar pro Fass, das meiste geht für die Bestechung der Polizei drauf. Den Männern bleiben am Ende nur 20 Dollar übrig. Ein gefährlicher Job, der wenig Ertrag bringt und dennoch das Überleben sichert. Seit Jahrzehnten schon funktioniert das System so. Ein schnelles Ende der Katastrophe scheint nicht in Sicht.

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