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Profi-Computerspieler

Von der nicht computerisierten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, haben sich Computerspieler inzwischen zu einem erstaunlichen Grad organisiert. Etwa 1,5 Millionen Mouse-Athleten und Gamepad-Virtuosen treten hierzulande in 40.000 Teams und in mehr als 100 verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Fußball- oder Billardsimulation, ob klassische Strategie und Ballerspiele, für nahezu alles gibt es inzwischen offizielle Wettkämpfe, Ranglisten und Ligen. Organisiert nach dem Vorbild traditioneller Sportverbände. Und selbst in Sachen kitschige Wettkampfhymnen sind die E-Sportler schon fast auf dem Niveau klassischer Sportveranstaltungen angelangt. Und auch wenn es darum geht zu beschreiben, wie ein Profi Computerspieler lebt, trainiert und arbeitet, nutzen die Gamer gerne das charakteristische Sportlervokabular. Michael Opree, Fußballer "Wie bei jedem Fußballspiel, das Runde muß ins Eckige, nur is es halt bei unseren Computerspielen so, dass ein Spieler alle elf Spieler seiner Mannschaft steuert. Niklas Timmermann, Rennfahrer: "Bei Need for Speed handelt es sich um ein Rennspiel im klassischen Sinne, ich vergleich das gerne mit der Formel 1." Marco Radeck, Nahkämpfer: "Fighter 5, das ist ein klassisches Prügelspiel, sag ich mal, das heißt, es treten zwei Kontrahenten gegeneinander an und versuchen sich entweder aus dem Ring zu befördern oder sich gegenseitig K.O. zu schlagen." Ohne Disziplin geht natürlich gar nichts. Michael Opree: "Arbeiten, spielen, schlafen. Arbeiten, spielen, schlafen." Und sogar die Freude am Spiel muss oft genug draußen bleiben. Niklas Timmermann, Rennfahrer: "Wenn ich zum Beispiel "Need for Speed" anfasse, dann ist das wirklich nur Training und es macht mir auch keinen Spaß. Da muss man halt ehrlich zu sich selber sein und sagen, ich hab jetzt keinen Spaß ich trainiere jetzt." Keinen Spaß haben und hart trainieren, dann wird doch hoffentlich wenigstens anständig Geld verdient, oder? Michael Opree, Fußballer: "Wir kriegen halt ne monatliche Aufwandsentschädigung, so wird das halt genannt." Michael Kurpiers, Samsung: "Man muss allerdings auch da sehen, wie bei jedem Sport, dass man natürlich sehr gut sein muss und sehr aktiv arbeiten muss um doch nachher auch die passenden Sponsoren zu bekommen." Nils Johannsen, E-Sports-Journalist: "Ich denke, die Anzahl derer, die damit wirklich ihren Lebensunterhalt finanzieren, lässt sich vielleicht an einer Hand abzählen, würde ich sagen." Einige E-Sportfreunde hoffen allerdings: Frank Pinter, Geschäftsführer n!Faculty: "Die Entwicklung wird vielleicht in fünf, zehn Jahren so weit sein, dass die Jungs damit ihren Lebensunterhalt verdienen können." Na dann: Durchhalten und trainieren, trainieren, trainieren.

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