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Risiko Brückenabriss

Großbaustelle durch Brückenabriss - für Sprengmeister und Abbruchexperten immer eine logistische Meisterleistung. 3000 Tonnen Stahlbeton müssen weg - den Arbeitern bleiben dafür nur wenige Stunden. Ausgerüstet mit 250 Kilogramm Sprengstoff setzen die Sprengmeister der Brücke zu. Es herrscht absolute Konzentration. Besonders Sprengmeister Manfred Wahlbröhl achtet darauf, dass jetzt kein Schritt daneben geht. Statement Manfred Wahlbröhl: "Ja, auf die Zünder sollte man nicht gerade drauf treten." Der Plan: Zunächst sollen die Brückenpfeiler einstürzen, dann der Brückentisch möglichst komplett nach unten fallen. Im Idealfall bleiben die Brückenlager unbeschädigt, denn sie sollen in Zukunft die neue Brücke tragen. In mühsamer Handarbeit werden 400 Löcher mit dem Sprengstoff gefüllt. Erst in Verbindung mit dem hochexplosiven Zünder entfaltet er seine enorme Kraft. Eine kritische Stelle für die Arbeiter: die Stützpfeiler der Brücke, nur wenn sie einstürzen, fällt auch der Brückentisch. Die Sprengmeister arbeiten nach präziser Planung, dennoch ein Restrisiko bleibt immer. Die Brücke stammt aus den 60er Jahren, keiner weiß wie viel Eisen im Beton steckt. Jede Berechnung muss hier stimmen, jedes Stück Sprengstoff am richtigen Platz und mit der richtigen Dosierung angebracht werden. Die Zeit tickt, um 18:00 Uhr soll gesprengt werden. Das Abrissteam überprüft noch einmal alle Zündleitungen. Zeitgleich wird der Verkehr umgeleitet, trotz Vorankündigung sind die Straßen voll. Die Autobahnpolizei im Kampf mit dem Verkehrschaos. Die Straßen werden während der Sprengung der Brücke komplett gesperrt, der Verkehr umgeleitet. Ein Radius von 300 Metern muss rund um die Brücke eingehalten werden, damit keine Personen zu schaden kommen. Um zwei Minuten vor sechs ist es dann so weit, die Polizei gibt die Sprengung frei. In einer großen Staubwolke knickt die Brücke langsam in der Mitte ein und bleibt auf den seitlichen Brückenfundamenten liegen. Bereits wenige Minuten danach beginnen die Bagger mit ihrer Arbeit. Die Quetschzangen legen problemlos Stück für Stück des eisernen Skelettes der Brücke frei. Die Abbrucharbeiter geben noch einmal richtig Gas: 300 Tonnen Brückenschutt müssen abtransportiert werden. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit - alle warten darauf die Fahrbahn wieder benutzen zu können. Insgesamt 19 Stunden werden die Aufräumarbeiten dauern - das Abbruchkommando hat also noch eine harte Nacht vor sich.

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