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Rurutu: Die Insel der Wale

Südseeflair der besonderen Art: Rurutu eine Insel im Südpazifik – ist in vieler Hinsicht ein ungewöhnlicher Ort: Es ist eine bizarre Vulkaninsel, die jeden Sommer zur Heimat der Buckelwale wird. Rurutu gehört zu französisch Polynesien und liegt in einem einzigartigen Schutzgebiet für Meeressäuger, fernab der Schifffahrtsrouten. Gerade mal 10 km lang und 5 Km breit liegt sie auf einer ganz anderen wichtigen Route: Sie wird zum Ziel der Buckelwale. die – wenn es Winter in ihren Jagdgründen in der Antarktis wird - an ihre Küsten wandern. Im Gegensatz zu anderen Inseln der Südsee ist Rurutu relativ unbekannt, da die Anreise doch relativ strapaziös ist und die Insel ansonsten keinen Glamour für Touristen bietet. Ihr größter Reiz liegt in ihrer wilden Ursprünglichkeit.Wer hierher gelangen will, muss zuerst nach Tahiti, der Hauptstadt Französisch Polynesiens und fliegt von dort 600 Km weit nach Süden. Der kleine Flughafen hat hier nicht jeden Tag geöffnet und nur wenige Touristen verirren sich hierher. Als Fahrzeug empfiehlt sich ein Offroader, denn die Straßen können bei schlechtem Wetter recht unsicher werden.

Im Hafen von Avera bieten die Fischer whalewatching-Touren an. Aber eine Garantie, einem Wal zu begegnen, geben sie nicht: Ob ein Wal gesichtet wird, ist Glückssache. Manchmal kann man Tage auf dem Meer verbringen, ohne ein Tier aus der Nähe zu sehen. Da! eine Mutter mit Kalb! Ausgewachsene Tiere sind gegenüber Menschen vorsichtig. Aber wenn die Mutter sich ausruht, kann das Junge schon sehr neugierig werden. Selbst wenn das ein Walkalb ist und weit entfernt von den Körpermaßen der Mutter, heißt es Abstand halten. Für Walbeobachter ist dies fast die einzige Chance, eine Zeitlang in der Nähe eines Wals zu verbringen. Erwachsene Tiere schwimmen sofort weiter, wenn ein gewisser Abstand unterschritten wird. Aber diese Mutter erlaubt es, dass ihr Baby mit dem Menschen spielt –ein seltenes Schauspiel. Früher hatten die Insulaner ein besonderes Mittel, sich auf den Besuch der Wale vorzubereiten. Sie achteten auf den sogenannten Walbaum. Die Überlieferung erzählt, dass - wenn er blüht - die Walsaison beginnt. Zwischen den Waltouren ist es für Besucher möglich, unmittelbar am Leben der Insulaner teilzunehmen. Bei den Jugendlichen geht es dabei schon ein bisschen lauter zur Sache. Aber meistens geht es ruhig zu auf der kleinen Insel.

Die Frauen führen noch das traditionelle Kunstgewerbe fort. Sie flechten Bodenmatten und Wandschmuck nach uralten Traditionen. Die Kinder verbringen den Nachmittag am Hafen. Manchmal hat man Glück und sieht die Wale sogar vom Strand aus, allerdings in weiter Entfernung. Mit dem Boot nah an die Wale heranzufahren ist nicht erlaubt. Wenn der Wal allerdings entscheidet, sich zu nähern, ist die Begegnung möglich. Auch Gerätetauchen ist in ihrer Nähe untersagt. Von den Geräuschen der ausgeatmeten Luft eines Tauchers würden sich die Tiere extrem gestört fühlen. Diese Aufnahmen sind mit lautlosen Spezial-Tauchgeräten entstanden - erlaubt durch eine Ausnahmegenehmigung der polynesischen Regierung - und zeigen die friedlichen Riesen in ihrem Element. 04:16Wale kann man manchmal - noch ehe man sie sieht - hören. Männliche Buckelwale singen zur Paarungszeit. Vielleicht will ein Walbulle damit eine Partnerin anlocken. Womöglich sollen die Töne aber auch Rivalen von ihm fernhalten. Die Walbullen nehmen eine bestimmte Körperhaltung ein, wenn sie singen – sie verharren regungslos, den Kopf nach unten gerichtet und die Brustflossen ausgestreckt, in der Tiefe. Forschungen haben ergeben, dass wohl jede Walpopulation ihren eigenen typischen Gesang entwickelt. Zur Kommunikation untereinander produzieren die männlichen Tiere Töne und Melodien, die über hunderte Kilometer im Wasser zu hören sein können. Die verschiedenen Töne addieren sich zu sogenannten „Strophen“. Diese werden in bestimmten Folgen wiederholt und ständig weiterentwickelt.

Die Walkühe sind in Begleitung ihrer Kälber, die hier geboren wurden. Manchmal begleitet ein Walbulle sie zu ihrem Schutz Obwohl sie meist als Einzelgänger leben, kann man hier ganze Walgruppen entdecken. Nicht vielen Menschen ist es vergönnt, diesen sanften Giganten Auge in Auge zu begegnen.Ein Ereignis, das keiner jemals vergessen wird, der es erleben durfte.Im Oktober werden sie sich auf den Weg machen: Über tausende Kilometer zu ihren Jagdgründen in der Antarktis. Dann wird es ruhig werden vor den Küsten Rurutus. Bis zum nächsten Jahr.

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