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Salomo

Über 700 Ehefrauen soll König Salomo gehabt haben, dazu noch 300 Gespielinnen. So steht es in der Bibel. Der für seine Weisheit gerühmte Sohn Davids: Ein Schürzenjäger? Nicht ganz! Mit einer klugen Heiratspolitik bekräftigte er Bündnisse mit seinen Nachbarn. Prof. Walter Diedrich Uni Bern "Im Grunde sind die Damen in einem Harem eines Herrschers diplomatische Vertreterinnen ihrer Herkunftsländer und -orte und das ist übrigens auch gar keine so schlechte Art, Frieden zu stiften, indem man Menschen aus anderen Ländern da hat und sogar in der eigenen Familie hat."Die Bibel beschreibt eine "Diplomatie nach Herrscher-Art". Auch bei dem Zusammentreffen Salomos mit der Königin von Saaba spielte dies eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Eine kluge, schöne und reiche Königin soll sie gewesen sein. Sie kommt aus dem Morgenland in das märchenhafte Reich des Salomo, um seine vielgepriesene Weisheit mit Rätselfragen zu prüfen. Aber wo kam sie her? Wo war ihr Herrschaftsgebiet? Wissenschaftler glauben, eine Lösung des Geheimnisses gefunden zu haben. Die Spur führt in den heutigen Jemen, ganz im Süden der arabischen Halbinsel. Hier gab es einst eine Hochkultur, das Reich der Sabäer mit ihrer Hauptstadt Marib. Weihrauch und Gewürze machten diese Stadt bekannt. Die prächtigen Ruinen von Palästen und Tempeln lassen noch heute erahnen, welcher Reichtum sich hier durch den Handel mit den begehrten Gütern anhäufte. Eigentlich glaubte die Wissenschaft, dass diese Kultur der Sabäer erst nach der Epoche Salomos aufblühte. Doch die neuesten Ausgrabungen des Deutschen archäologischen Instituts beweisen: Schon weit früher, zu Lebzeiten Salomos standen hier monumentale Bauten und Tempelanlagen. Vielleicht sogar ließ die legendäre Königin diese errichten. Die Königin von Saaba. Mit der Erwähnung dieser exotischen Herrscherin, die eigens an den Hofe Salomos reiste, unterstreicht die Bibel die überregionale Bedeutung des weisen Königs. Aber nicht nur das. Prof. Walter Diedrich Uni Bern "Sie will zugleich deutlich machen, dass dieser Salomo hochgefährdet war, weil diese Frauen nicht nur Frauen waren, sondern gar noch ausländische Frauen und doch später die Juden sehr große Sorgen hatten, dass ihnen in ihre jüdische Gemeinschaft zu viel ausländisches, heidnisches hinein kam, wie vielleicht dem Salomo und dann wechselt die Vorstellung: Die waren Schuld, dass der Salomo am Ende nicht mehr so treu zu seinem Gott Jahwe stand."Denn unter Salomon nimmt der Götzendienst zu. Überall im Lande wurden geheime Kultplätze aus der Zeit König Salomons gefunden, an denen die Israeliten heidnischen Wettergottheiten und Fruchtbarkeitskulten huldigten. Nach dem Tode Salomos erzählt die Bibel von schweren Katastrophen - eine Folge des gespaltenen Verhältnisses des Volkes zu seinem Gott. Prof. Bernd Jörg Diebner Uni Heidelberg "Es geht um Gut oder Böse. ... auf Hebräisch. Und das ist für mich auch ein Zeichen dafür, dass wir es hiermit, ja, Religions- oder ethischem Unterricht zu tun haben. Es muss immer wieder das selbe eingehämmert werden, nicht. Wenn man Böse ist, dann hat das auch entsprechende katastrophale Folgen."Angriffe von Feinden sind eine Geißel Gottes, um das ungefügige Volk zu strafen. Das lernen wir durch Salomon. Im achten Jhdt v. Chr. versuchen die Könige Asyyriens, den ganzen Nahen Osten zu erobern. Von Assur und Ninive aus überrollen sie alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Jerusalem hat mehr Glück als die meisten anderen Städte. Jahre nach Salomons Tod kann die Stadt den Streit mit Gott beilegen. Jerusalem kann , so schreibt es die Bibel, den Feinden widerstehen. Jerusalem überlebt. Auch die Eskapaden des Salomon.

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