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So macht man... Müllautos

Ohne sie würden Städte ganz schnell im Müll ersticken: Müllautos. Über 16.000 verrichten Ihren Dienst in Deutschland. Eigentlich ganz normale Lastwagen, sind sie doch vollgestopft mit Technik. Aber Müll ist nicht gleich Müll, und Sperrmüll oder Biomüll stellen ganz eigene Anforderungen an die Technik. Das weiß man am besten bei Deutschlands größtem Müllfahrezughersteller. Am Anfang der Produktion stehen die Zugmaschinen verschiedener Hersteller, noch nackt und ohne Aufbauten. Die kommen erst später darauf.Mit der allerneuesten Lasertechnik schneidet eine Maschine die Bleche für die Aufbauten zurecht. Oliver Ortner, Meister Stahlbau und Montage: "Ja eigentlich wird hier alles geschnitten, was wir brauchen, bis auf diese Sachen, ich meine Rohre oder solche Sachen, die kann man also nicht selbst machen." In Handarbeit werden die Bleche dann zusammengeschweißt. Das Schwierige daran: Hier ist Millimeterarbeit gefragt, alles muss passgenau sitzen. Über tausend Einzelteile werden pro Auto verschraubt, verklebt und verschweißt. Das dauert zwischen drei und acht Wochen. Ein Arbeiter klebt die Bleche der Mülltrommeln mit Gummimatten aus. Das ist wichtig, um die Lärmbelästigung durch den sich drehenden Müll in der Trommel gering zu halten. In der Lackiererei schafft man am Tag gerade einmal zwei Behälter mit sämtlichen Vorarbeiten. Denn der spezielle Strukturlack muss in gleichbleibender Schichtstärke auf die Bleche. Jürgen Möller, Lackierer: "Man muss schon aufpassen, weil sich das Objekt den ganzen Tag dreht. Ich guck immer vor einem drehenden Behälter. Manchmal wird man bisschen taumelig dabei."Erst wenn der Lack auf den runden Mülltrommeln trocken ist, können die lackierten Teile mit Spezialwerkzeug verschraubt werden. Dann werden die vier bis sieben Tonnen schweren Aufbauten - inzwischen fast fertig - auf die Zugmaschinen gehievt. Dabei kann es manchmal zu Problemen kommen.Markus Stenzel, KFZ- Mechaniker: "Durch die Länge verwinkelt sich das im Bolzen drinne, im Bolzenloch und dann hast du ein Problem, den Bolzen nachher gerade rein zu kriegen. Deswegen ist das ein bisschen leichtes Gefummel und.. Also da ist sehr sehr wenig Spiel, um den Bolzen überhaupt da rein zu kriegen Das ist das Problem dabei." Weil in einem Müllfahrzeug so viel Technik steckt, lässt man sich in der Endkontrolle besonders viel Zeit. Alles wird noch einmal penibel geprüft und begutachtet. Nils Speckmann, Vorarbeiter Montage: "Bestimmte Kunden wollen halt viele Extras haben, da ist der Technikaufwand natürlich enorm hoch und einige, wenn die in den Export gehen, die wollen halt im Prinzip nur, dass der Wagen dreht, also kein Schnickschnack, keine Abschaltung, Hauptsache die kriegen ihren Müll damit weg." "Was heißt den Extras? Ledersitze, Navigation oder was?" "Nein, es gibt viele, die haben zum Beispiel wollen eine schnelle Entleerung haben, dass die, wenn die auf die Deponie fahren, die Trommel ruck zuck leer kriegen, dann läuft ja halt beim Entleeren schneller als beim Laden, das wäre ein Beispiel." Müllautos - eigentlich Luxusautos. Denn mit so manchem Extra kosten mehr als so ziemlich jede Luxuskarosse.

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