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So macht man... Sekt

Sekt, wann immer es was zu feiern gibt, der edle Tropfen gehört dazu. Doch wie kommen die Perlen in den Wein? Wir schauen uns in einer der größten deutschen Sektkellereien um. Bei Henkel Söhnlein in Wiesbaden. 100 Millionen Flaschen gibt's hier. Jedes Jahr. Grundlage für die perlende Köstlichkeit sind 3 Millionen Liter Wein. Aus verschiedenen Weinen den immer den gleichen Sekt zu kreieren, eine Kunst - und ein Geheimnis zugleich "Ja, das ist die Kunst, die wir erlernt haben, dass wir verschiedene Weine miteinander verheiraten, so dass es immer gleich schmeckt. Die Rezeptur ist natürlich ein großes Geheimnis, die wir nicht preis geben." Traditionell wird Sekt in der Flaschengehrung hergestellt, genau so wie beim Champagner, dem edlen Bruder aus Frankreich. Nachdem in einem ersten Gärvorgang Hefe und Zucker zum Wein gegeben werden, wird in der zweiten Gärung die Kohlensäure gewonnen. Hierzu muss der Wein mindestens neun Monate lang in einem kühlen und dunklen Keller lagern. Anschließend wird die Hefe im so genannten Rüttelprozess im Flaschenhals gesammelt. Dafür werden die Flaschen von Hand auf die oft hunderte Jahre alten Rüttelpulte gesetzt. "Ja die zweite Gärung auf der Flasche findet auf der liegenden Flasche statt, das heißt, die Hefe befindet sich über den gesamten Boden verteilt. Wenn wir jetzt die Flasche auf das Rüttelpult aufstecken, neigen wir die Flasche, rütteln sie jeden Tag in einem bestimmten Schema ab, das heißt, die Hefe wandert uns nach unten in den Flaschenhals und wird am Ende auf dem Flaschenhals unten auf dem Kronkorken gesammelt liegen." Die Flaschen werden täglich einmal aufgerüttelt und leicht gedreht. Aus der zunächst waagerechten Lagerung der Flaschen kommen sie allmählich in eine senkrechte Stellung. Die tägliche Handarbeit, das Drehen, Rütteln und Neigen bewirken, dass die Hefe in den Flaschenhals rutscht. Im Flaschenhals entwickelt sich ein Hefepfropf. Diesen bekommt man aus der Flasche heraus, indem man nur den Flaschenhals einfriert. Der Hefepfropf wird zum Eisklumpen. Degorgieren nennt man das in der Fachsprache. Der Eisklumpen schießt aus der Flasche raus, sobald man sie öffnet. Jetzt muss nochmal Zucker rein, denn der hat sich beim Gärverfahren komplett zersetzt. Die Menge entscheidet dann, ob der Sekt lieblich, halbtrocken oder trocken wird. Und dann ist der perlende Tropfen fertig zum Genuss. Weltmeister im Sektschlürfen sind übrigens die Deutschen. Fast 400 Millionen Liter trinken sie im Jahr.

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