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Teegeheimnisse

Es ist jedes einzelne Blatt, das Tee so besonders macht. Michael Rolf handelt mit Tee. Immer wieder testet er seine Ware. Er kennt die Geheimnisse des guten Geschmacks und die beginnen beim Tee mit dem Aufguss. "Das Beste ist, das man den Tee, dem Blatt-Tee so viel Platz wie möglich zum entfalten gibt." Dann geben die Blätter ihr Aroma frei. Durch die immer grünen Teeplantagen arbeiten sich die Pflückerinnen mehrmals im Jahr. Dabei gibt es je nach Erntezeit große Unterschiede. Die Triebe im Frühjahr sind besonders zart. "Nach der langen Winterzeit, wo die Teepflanzen Pause bekommen, wird dann die erste Pflückung im Frühjahr begonnen und das ist der First Flush." Leicht und blumig im Geschmack. Für alle Sorten gilt: Je länger ein Tee zieht, desto kräftiger wird er. "Versuchen Sie, mit drei Minuten zu beginnen und tasten Sie sich dann an Ihr Geschmackserlebnis von dem Tee heran, so wie sie ihn haben möchten." Grüner Tee wird sehr schnell herb. Rolf prüft, wie sich die Blätter im Wasser entfalten. Auch nach dem Aufguss bleibt die Struktur erhalten. Ein Zeichen von Qualität. "In China legt man also auch sehr, sehr viel Wert auf das Äußere des getrockneten Tees. Bei dem Abdampfen nach dem Pflücken wird eben halt per Hand das weiter verarbeitet so dass hier zum Beispiel in einer kleinen Pfanne der Tee solange gedreht wird, dass diese Form entsteht." Jede Sorte hat ihr eigenes Rezept. Seit mehreren tausend Jahren pflegt China seine Teetradition. Grüner Tee zum Beispiel wird nur kurz über einen Kessel mit kochendem Wasser geröstet und dann getrocknet. Dadurch bleibt er grün und gesund. Beim Schwarzen Tee werden die Blätter zerbrochen. Die Flüssigkeit, die dabei austritt, reagiert mit Sauerstoff und färbt den Tee schwarz. Vierhundert verschiedene Sorten vertreibt Michael Rolf von Bremen aus. Hier stapeln sich die Säcke mit den kostbaren Blättern aus Fernost. Diese Mischungen, das sind die sogenannten "Blends". Bekannt ist zum Beispiel der Ostfriesentee. Da sind verschiedene Sorten zusammen gemischt. Doch das ist kein Zeichen von mangelnder Qualität, im Gegenteil. "Da Tee ein Naturprodukt ist und sich von Ernte zu Ernte auch die Qualitäten unterschieden können, versucht man eben halt über das Mischen über das 'Blenden' die Qualität und die Geschmacksrichtung zu halten." Geblended sind auch viele Beuteltees. Für grobe Blätter ist in den kleinen Zellstoffkammern jedoch kein Platz. "Deshalb haben wir hier einen Feinschnitt, den man dann für diese Art Beutel einsetzt. Und die sind natürlich preiswerter am Markt als der reine oder der fast ausschließlich grobe Blatt-Tee." Tee - jedes Blatt zählt. Genießen Sie es.

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