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Torfbrände

Torf gibt es fast überall auf der Erde: Insbesondere in Kanada, den USA, in Indonesien, Nordeuropa und Russland erstrecken sich riesige Gebiete. Sogernannte Torfmoose sind entscheidend an der Bildung von Torf beteiligt. Torf entsteht immer in einem stehenden Gewässer, etwa einem flachen See. Die Torfmoose sterben ab und sinken langsam auf den Grund. So überlagert eine Schicht die nächste. Obenauf liegt jedoch immer noch Wasser. Dadurch gerät keine Luft in die Tiefe. Das verlangsamt den Zersetzungsprozess der abgestorbenen Pflanzenreste. Pro Jahr wächst der Torfkörper gerade mal einen Millimeter. So dauert es mehrere Jahrtausende bis ein großes Torfgebiet entsteht. Dieses verdrängt das Wasser. Der See verlandet. Man bezeichnet das Ganze dann als Moor. Und das wird durch den Regen immer feucht gehalten. In den Torfmoosen gibt es viele Lebewesen, die sich der Umgebung angepasst haben. Dazu zählen zum Beispiel die Adonislibelle, der Sonnentau und das Wollgras. Torf eignet sich hervorragend als Energieträger. Über Jahrhunderte haben die Menschen den kohleähnlichen Brennstoff zum Heizen benutzt. Nachdem das Moor entwässert ist, trocknet der Torf aus, so dass er abgestochen und zu Briketts geformt werden kann. Die Schwierigkeit: Torf entzündet sich sehr leicht und glüht extrem lang. Gleichzeitig werden bei der Verbrennung große Mengen des Klimagases Kohlendioxid frei. Christoph Bals, Germanwatch "Das dramatische ist, das hier von dem Kohlenstoff, der sich über Jahrtausende im Boden angesammelt hat, vieles innerhalb von Minuten oder Stunden freigesetzt wird und dann über Jahrhunderte in der Atmosphäre verbleibt. Es ist also für das Klima ein sehr großes Problem." Torf enthält aber auch andere chemische Substanzen. Gelangen diese durch Verbrennung in die Luft, können sie Gesundheitsschäden verursachen. Einen Torfbrand unter Kontrolle zu bekommen ist extrem schwer, denn in den unterirdischen Schichten schwelt es unaufhaltsam weiter.

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