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Traktor mit Navi

Ein Bauernhof in Oberbayern. Äußerlich ist kaum zu erkennen, dass hier modernste Weltraumtechnologie zum Einsatz kommt. Aber tatsächlich findet hier "precision farming" statt. Die Zukunft der Landwirtschaft in höchster technischer Präzision. Kein Mensch lenkt perfekt und Schlenker bei der Aussaat sind mehr als nur Schönheitsfehler, sie mindern den Ertrag, weil Saatgut falsch platziert wird. Deshalb bringt der Landwirt den Traktor jetzt nur noch aufs Feld. Dann - ein Knopfdruck und die Maschine lenkt automatisch. Bahn für Bahn mit minimalem Spritverbrauch. Vor allem aber geht fast kein Saatgut mehr verloren. 24 GPS Satelliten umkreisen permanent die Erde. An jedem Ort kann man von mindestens drei Satelliten Signale empfangen. Das reicht, um den eigenen Standort zu berechnen. Jedes Navigationsgerät im Auto nutzt diese Technik. Aber für die Landwirtschaft von morgen ist das nicht genug. Spezialantennen auf dem Dach eines Wasserturms sorgen deshalb für noch mehr Genauigkeit. Thomas Muhr, Agraringenieur: "Tatsächlich erreichen wir mit Hilfe dieser Referenzstationen, dass wir das an und für sich recht ungenaue GPS-Signal von 10 Metern bis auf einen oder 2 cm Genauigkeit verbessern." Bald fährt der Traktor vielleicht ganz ohne Fahrer über den Acker und das mitten in der Nacht. In perfekten schnurgeraden Bahnen völlig führerlos. Doch die Bauern wollen noch weiter optimieren, sie wollen wissen, was sie noch aus dem Boden herausholen können. Wie viel Traktordiesel, Dünger und Pestizide lassen sich durch noch mehr High Tech einsparen? Thomas Muhr ist an einem großen wissenschaftlichen Projekt beteiligt, das diese Fragen anhand von Luftbildaufnahmen beantworten soll. Mit dem Agraringenieur Dr. Thomas Selige von der Technischen Universität München arbeitet er seit Jahren zusammen. Selige weiß, dass die Landwirtschaft dringend bessere Methoden braucht. Die Forschung zeigt, dass Lebensmittelproduktion für den Bauern künftig nur noch mit Hilfe aus dem All rentabel sein wird. Moderne Satelliten tasten dazu die Erde ab. Spezialkameras evaluieren den Zustand der Frucht und des Bodens. Dr. Thomas Selige: "Er wird Saatgut einsparen, er wird Dünger einsparen und Pflanzenschutzmittel einsparen. Das wird einerseits eben der Umwelt helfen. In der Ökonomie, je nach Fruchtart, haben wir heute Zahlen, die liegen zwischen 30 und 100 Euro pro Hektar an Einsparung und das sind schon relativ eklatante Zahlen." Auf immer mehr Höfen fahren deshalb die Traktoren bereits mit Satellitennavigation aufs Feld. In einem kleinen Dorf in Oberbayern hat die Zukunft der Landwirtschaft längst begonnen.

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