wissen.de
Total votes: 2
VIDEO

Trinkwasser für Stuttgart

Sauberes, gesundes Trinkwasser: täglich brauchen wir es. Knapp130 Liter pro Tag, so viel Wasser verbraucht jeder durchschnittlich. Die Trinkwasserversorgung. In Stuttgart ein ganz besonderes Thema. Denn Stuttgart liegt, weltweit besonders, in einem tiefen Talkessel. Dazu kommt das Trinkwasser aus dem Bodensee, der ist etwa 100 Kilometer von Stuttgart entfernt. Und liefert insgesamt Wasser für vier Millionen Menschen. Bevor es transportbereit ist, muss das Wasser aber erst noch bearbeitet werden. Die leicht grünliche Farbe kommt von Algen und Schwebestoffen. Nichts giftiges also, aber trotzdem wird es entfernt. Die Hälfte der Partikel bleibt in einer Siebanlage hängen. Danach wird das Wasser durch eine riesige Sandfilterhalle gepumpt. So werden die restlichen Trübstoffe ausgespült. Und schon ist es bereit zum Transport. Werden es die Stuttgarter jemals schaffen, den Bodensee leerzutrinken. Maria Quignon Zweckverband, Bodensee Wasserversorgung: "Oh nein, das werden die Stuttgarter nicht schaffen, der Bodensee bekommt ja sein Wasser aus den Alpen, der Rhein bringt 350.000 Liter Wasser pro Sekunde in den Bodensee und davon brauchen wir für die Wasserversorgung gerade mal ein Prozent." Hier kommt das Wasser dann an, im Hochbehälter Hasenberg. Von dort wird das Trinkwasser an die Innenstadt verteilt. Durch ein ausgeklügeltes Pump- und Drucksystem werden auch die Haushalte an den Hängen mit ausreichend Wasser versorgt. Einblick in den Hochbehälter, der einem Hochsicherheitstrakt ähnelt. Betreten wird er ausschließlich in Schutzanzügen, nicht jeder darf hier rein. Schließlich lagert hier ein wertvolles Gut - verzehrfertig für die Stuttgarter Bürger. Norbert Höger, Stuttgarter Wasserversorgung: "Da leg ich Wert drauf, dass das das fertige Produkt Trinkwasser ist, ein Lebensmittel, nicht ersetzbar, das können Sie so trinken und es bedarf keiner weiteren Verbesserung. Es ist ein hervorragendes Lebensmittel." Hervorragend soll es auch bleiben, deshalb wird es hier so sorgfältig geschützt. Außerdem gibt es mehrere dieser Behälter, die sich alle einzeln abschalten lassen. Zusätzlich sorgen geheime Schließsysteme für den bestmöglichsten Schutz. Norbert Höger, Stuttgarter Wasserversorgung: "Wenn wir merken, dass eine Manipulationsgefahr besteht, reagieren wir sofort, wir sind uns sicher, dass die Wasserqualität durch uns geschützt ist und dass keiner mal eben Zyankali reinstreuen kann." Der Hochbehälter dient außerdem als Verteilerzentrum. Von hier gelangt das Trinkwasser in das Rohrsystem der Stadt: 2500 Kilometer lange Leitungen. Aufgeteilt in so genannte Wasserautobahnen, Wasserbundesstraßen und kleine Sträßchen. Das sind 10 Zentimeter dicke Rohre, die direkt in die Haushalte führen. In den Haushalten angekommen, ist das Wasser dann rund um die Uhr verfügbar. Ob Toilettenspülung, Dusche oder Wasserhahn. Die Stuttgarter bekommen feinstes Trinkwasser geliefert. Und bestimmt wissen die wenigsten, dass es schon so eine lange Reise hinter sich hat.

Total votes: 2