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TV Konsum 2.0

Fernsehen hat über Jahrzehnte unsere Wohnzimmerkultur geprägt. Zappen, was das Zeug hält - ist jetzt Schluss damit? Löst das Internet mit seinen unzähligen Clips das Fernsehen ab? Lothar Mikos, Medienwissenschaftler: "Das Live-Fernsehen wird es immer geben, so dass die Leute auch live Fernsehen gucken. Daneben gibt es natürlich das Zeit versetzte Fernsehen, was im wesentlichen eine Rolle spielt, momentan schon bei wichtigen Ereignissen, die man verpasst hat oder eben halt bei Fernsehserien, wo man sich nicht diesem wöchentlichen oder täglichen Rhythmus hingeben will, immer zur gleichen Zeit Fernsehen gucken zu müssen. Insgesamt beträgt die Zeit versetzte Nutzung ungefähr 15% der Fernsehnutzung, der Rest ist klassisches Programmfernsehen." Die Sender stellen sich mit ihren Mediatheken auf die neuen Sehgewohnheiten ein. Der Zuschauer soll die Programme sehen können, wann immer er will. Plattformen wie "Sendung verpasst" helfen bei der Suche und verbinden direkt mit den jeweiligen Mediatheken. Bei iTunes wird man fündig, wenn es um Lieblingsserien geht. Ganze Folgen können hier abonniert werden, aber sie kosten. Die Grenze zwischen Web und TV verschwindet. Der mediale Overkill? Lothar Mikos, Medienwissenschaftler: "Je größer dieses Angebot ist, desto größer ist die Orientierungslosigkeit der Nutzer. Die müssen sich in diesem Angebot irgendwie zurechtfinden. Das heißt, sie brauchen Navigationshilfen, sie brauchen Orientierungshilfen. " Hier hilft die Gemeinschaft. Mit der Chat-Funktion des Internet TV-Dienstes Zattoo wird über Filme getratscht und spekuliert. Ganz wie früher also, als Fernsehsendungen noch das Hauptgesprächsthema waren. Heute allerdings geht das alles online. Auf der Plattform Telewebber finden sich Gleichgesinnte in Foren zusammen. Ganze Fan-Gruppen und Communitys entstehen hier rund um die TV-Inhalte. Über Synch-Tube kann man sich mit Leuten zusammen schließen und gleichzeitig youtube-Videos anschauen. Gechattet wird nebenher. Lothar Miko, Medienwissenschaftler: "Eigentlich steuern wir auf eine Situation zu, wo Marketingaktivitäten für Inhalte viel wichtiger werden als die Inhalte selber. Weil ohne Marketingaktivität niemand von den Dingen weiß." Vielleicht sieht die Zukunft wirklich so aus: Fernsehen, das aus dem Internet kommt, und dann auf dem heimischen Fernsehgerät landet.

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