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Umweltzerstörer Ölsandindustrie

Unmengen an Energie frisst der Moloch Ölsandindustrie in sich hinein. Und spuckt sie als Treibhausgase wieder aus. Fünfmal soviel wie bei der herkömmlichen Ölproduktion. Trotzdem schlagen die kanadischen Ölmultis einen immer schnelleren Arbeitstakt an. Jennifer Grant vom renommierten Pembina Institut aus Calgary sieht die Entwicklung mit Schrecken. Jennifer Grant, Pembina Institut Calgary: "Die Ölsandindustrie hat den höchsten Anstieg an Treibhausgasen in Kanada. Innerhalb der nächsten 10 Jahre wird sie sich verdoppeln, was dazu führen könnte, dass Kanada die Kyoto Auflagen nicht erfüllen kann. Und während andere Industrien ihren CO2 Ausstoß reduzieren, expandiert die Ölsandindustrie." Regelmäßig geht die Umweltexpertin den Schäden nach, die durch den Ölsandabbau entstehen. Das in der kanadischen Erde große Mengen Öl lagern, weiß man schon lange. Aber erst seit vor wenigen Jahren der Ölpreis explodierte, wurde der Ölsandabbau rentabel. Auf Kosten einer nahezu unberührten Natur: Jennifer Grant, Pembina Institut Calgary: "In dem Wald gibt es über 600 verschiedene Pflanzen und 300 Tierarten. Fauna und Flora werden komplett zerstört wenn der Abbau beginnt. Es fängt mit dem Kahlschlag der Wälder an. Die Feuchtgebiete werden trocken gelegt und danach die oberste Erdschicht abgetragen." Mit der Rodung der Nadelwälder und der Trockenlegung der Sumpfgebiete und Moore verschwinden Füchse, wildlebende Bisons, Bären und seltene Vögel. Ursprüngliche Natur verwandelt sich in großflächige Mondlandschaften. Insgesamt gewinnen die Firmen aus dem Sand jeden Tag 1,3 Millionen Barrel Öl und genau darin sieht die Umweltexpertin das Problem: Denn in Fort McMurray, sprudeln keine Ölquellen wie im Wüstensand. Der Ölsand ist ein Gemisch aus Sand, Lehm und etwa acht bis zwölf Prozent Bitumen. Um ein Barrel Öl aus dem Gemisch zu gewinnen, verbraucht die Industrie zwischen 3 und 6 Barrel Wasser. Schon jetzt verschlingen die Raffinerien doppelt so viel Wasser wie die Millionenstadt Calgary. Und der Ölsandboom hat gerade erst begonnen. Wächst die Industrie weiter so rasant, droht irgendwann der Wassernotstand. Der Athabasca, einer der längsten Flüsse Kanadas, im Winter meterdick gefroren, dient der Ölsandindustrie als Hauptwasserquelle. Rund um die Uhr wird er angezapft. Jennifer Grant, Pembina Institut Calgary: "Im Winter führt der Athabasca nur 10 Prozent seiner normalen Wassermenge und dennoch darf die Industrie ungehindert Wasser entnehmen. Das ist eine enorme Gefahr für das Ökosystem des Flusses, für Pflanzen und Fische. Es bedarf unbedingt einer Alternative für diesen ungehemmten Wasserverbrauch." Jennifer Grant wird die Ergebnisse ihrer Inspektion zusammenfassen. Seit Jahren berät sie Politik und Wirtschaft in Umweltfragen. Auch wenn die Folgen für die Natur abzusehen sind, kommt sie gegen die Ölmultis nur schwer an. Denn die Ölsand-Produktion kennt keinen Stillstand.

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