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Unesco Weltkulturerbe: Die Wasserkanäle des Oman

Im Südosten der arabischen Halbinsel liegt der Oman. Die Haauptstadt Maskat ist ist das Urlaubsziel der Region. Der Hafen lockt die Touristen. Und: Die Sonnengarantie! Hier herrschen Höchsttemperaturen. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Die Einheimischen warten sehnsüchtig auf Regen. Für die Menschen hier ist ein Regentag ein Freudentag. Auch im Landesinnern: Trockenheit. Das Wasser ist knapp. Die Wüstenbewohner führen seit Jahrhunderten einen harten Überlebenskampf. Wenn wir sehen wollen, was die Menschen sich hier im Kampf um das Wasser ausgedacht haben, müssen wir tief in den Berg hinein. Chamis und Mohammed kümmern sich um ein jahrhundertealtes Wunderwerk: Das Bewässerungssystem für ihr Heimatdorf Birkat Al Mus. Solche Kanalsysteme im Oman nennt man Aflaj. Sie sammeln das spärliche Gebirgswasser und sorgen dafür, dass quasi aus dem Nichts blühende Oasen entstehen können. Manche sind zweitausend Jahre alt. Der Kanal ist weit verzweigt, schulterbreit und nur einen Meter hoch, aber Mohammed muss ihn ganz durchqueren. Wie schon seine Vorfahren ist er der Wakil, der Wasserwächter des Dorfes und deshalb zuständig für die Wartung des Aflaj-Systems. Ein hoch angesehener Beruf. Der vor vierhundert Jahren erbaute Kanal muss regelmäßig gereinigt werden, damit das Gebirgswasser sauber im Dorf ankommen kann. Es ist das kostbarste Gut des Wüstenvolkes. Khalid: "Unser Wasser ist reiner als das aus modernen Leitungen. Es ist natürlich auch viel besser als das aus den üblichen Wassertanks, das meistens ziemlich salzig schmeckt. Die Menschen im Oman ziehen das Wasser aus dem alten Kanalsystem jedem anderen vor. Sie können es ohne Bedenken trinken."Ihr Heimatdorf Birkat Al Mus ist seit hunderten von Jahren eine blühende Oase - dem alten Bewässerungssystem sei Dank. Die Bewohner sind sehr stolz auf die Arbeit ihrer Vorfahren, die ihnen noch heute das Überleben sichert. Der Boden ist so fruchtbar, dass allein in Mohammeds Garten dutzende von Dattelpalmen gedeihen. Jahrhundertelang waren Datteln für die Wüstenbewohner eines der Grundnahrungsmittel. Einmal im Jahr muss Mohammed die Datteln künstlich befruchten. Dazu steigt er nach oben auf eine Dattelpalme und legt die Pollen eines männlichen Blütenzweiges in eine weibliche Blüte hinein. Nicht nur im Garten Mohammeds gibt es solche Dattelpalmen. Im Oman gibt es noch etwa dreitausend funktionierende Aflaj- Kanalsysteme, die das kostbare Quellwasser über Tausende von Kilometern durch das Land leiten und somit das Überleben von Flora, Fauna und Mensch inmitten der Wüste möglich machen.

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