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Unterwasservulkan

Die Ruinen von Selinus. Vor 1600 Jahren wurde die antike Stadt an der Südwestküste Siziliens dem Erdboden gleich gemacht. Alte Quellen berichten zwar von Krieg und Zerstörung, doch der Forscher Domenico Macaluso hat Zweifel. Besondere Beachtung schenkt er der alten Stadtfestung, die Mitte des 20. Jahrhunderts wieder aufgebaut wurde: Die annähernd kreisförmig umgefallenen Säulen sind für den Forscher Indizien dafür, dass ein Erdbeben Silinus zerstört haben muss. Alles deutet auf ein Epizentrum draußen auf dem Meer hin. Gleichzeitig im Kanal von Sizilien: Vulkanforscher beobachten immer wieder sonderbare Phänomene. Gasblasen steigen auf. Bislang unentdeckte Unterwasservulkane könnten der Grund dafür sein. Der Verdacht der Forscher erhärtet sich an Land: Domenico Macaluso, Vulkanforscher "Hier habe ich auffällige Steine gefunden, manche schwammen sogar. Es war Vulkangestein, Bimsstein. Zwei Tage zuvor hatte es ein kleines Beben gegeben. Es musste etwas miteinander zu tun haben." Eine Expedition soll das Geheimnis unter Wasser lüften. Mit dem Forschungsschiff "Universitatis" nimmt Macaluso mit seiner Crew Kurs auf Terrible Bank, eine markante Stelle in der Straße von Sizilien. Das Schiff ist mit hochmodernen Sonaranlagen ausgestattet. Die Reflexionen der Schallwellen zeichnen ein genaues Bild des Meeresbodens. So sind selbst noch feinste Strukturen im Sand erkennbar. Einige Tage ist die Crew der "Universitatis" schon unterwegs, als die Messgeräte plötzlich Alarm schlagen. Auf den Monitoren zeichnet sich eine gewaltige Erhebung ab. Unter dem Forschungsschiff öffnet sich ein 400 Meter hoher Vulkankegel mit einem Durchmesser von 30 Kilometern. Das entspricht den Ausmaßen des Ätna. Der Ausbruch eines so großen Unterwasservulkans könnte einen gewaltigen Tsunamie auslösen. Ein ferngesteuertes Tauchboot liefert erste Bilder. Die Vulkanspitze liegt in 60 Metern Tiefe. Überall steigen Gasblasen auf. Ein Hinweis, dass der Vulkan aktiv ist. Die Forscher sind sich sicher, der Grund für den Untergang von Selinus muss ein solcher Unterwasservulkan gewesen sein.  Macaluso: "Wir haben das fehlende Puzzleteil gefunden, es ist ganz eindeutig. Es gibt eine ganz Reihe von Vulkanen, die Teil eines großen Komplexes sind. Aus einer Vermutung wurde Wirklichkeit - ein Triumph." Die Forschungsergebnisse lösen das Geheimnis der Zerstörung Selinus in der Antike und sie warnen vor Vulkanausbrüchen in der Gegenwart.

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