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Verrückte Biersorten

Eine Autostunde von Berlin entfernt liegt die Klosterbrauerei Neuzelle. In der ehemaligen Klosteranlage erhielten die Mönche 1598 die Genehmigung zum gewerblichen Bierbrauen. Heute sind hier über 40 Mitarbeiter angestellt, 40.000 HL Bier werden pro Jahr gebraut. Der Eigentümer ist ein Branchenfremder. Helmut Fritsche kommt aus dem Elektromanagement, aber die Bierbranche mischte er wortwörtlich ganz schön auf. Als erstes fügte er seinem Bier Zucker hinzu, was zu einem Rechtsstreit führte, denn die Regierung wollte das Gemisch nicht als Bier durchgehen lassen. Das Bundesverwaltungsgericht gab dem Unternehmer schließlich recht, weil es sich hier um ein besonderes Bier handelt. Heute hat die Klosterbrauerei Neuzelle über 30 Biere im Angebot. Alle sind sie irgendwie besonders und ständig kommen neue hinzu. Es gibt Sorten mit und ohne Alkohol, manche sind fruchtig, andere stark und einige sollen sogar gesund sein und schön machen. Paketweise können die exotischen Biere im Internet bestellt werden, die Post liefert sie dann bis zu Haustür. Helmut Fritsche, Unternehmer: "Das Kirschbier mit Kirschmuttersaft, das Apfelbier mit einem Apfelkonzentrat, das Anti-Aging-Bier, ein Glutenfreies Bier, das Tuchmacherbier, das Ampelmannbier - also so lässt sich die ganze Palette beliebig erweitern bis hin zum Winzerbier. Das sind alles Marketing-Ideen, die wir haben, wir besetzen mit unseren Produkten Nischen, Geschmacksrichtungen, die sie woanders nicht bekommen. Dann wird man weltweit sicherlich dafür einen Bedarf haben. Immer einen kleinen Bedarf, keinen großen Bedarf, aber einen kleinen Bedarf wird man haben." Theoretisch zumindest ist jede Biersorte vorstellbar. Aber praktisch gibt es Grenzen. Ein Schokoladenbier zum Beispiel wäre ziemlicher Unsinn. Christian Pohl, Braumeister: "Durch die Fette, die in der Schokolade sind, gäbe es keinen Bierschaum. Also man muss auch bei den Zusätzen, die man sich überlegt, immer noch daran denken, dass ein Biercharakter erhalten bleibt." Bis nach Japan oder Singapur werden die verrückten Biersorten mittlerweile geliefert - aber auch in Deutschland gibt es etliche Fans.

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