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Warum fließt Ketchup - Nanotechnologie in Lebensmitteln

In so mancher Limonade sorgen neuerdings bunte Nanopartikel für eine fruchtig-frische Farbe. Speisesalz rieselt besser. Nanoteilchen machen's möglich. Und so mancher Ketchup fließt restlos aus der Flasche und bleibt dennoch an den Pommes haften - den Nanopartikeln sei Dank. Diese Wunderteilchen sind mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Sie werden künstlich hergestellt und sind viele zehntausend Mal feiner als ein menschliches Haar. "Nano" gilt als die Technologie des dritten Jahrtausends. Dabei sind die die Partikel nicht unumstritten. Dr. Wolfgang Kreyling hat erforscht, wie Körperzellen auf die nanokleinen Partikel reagieren. Seine Erkenntnis: Die Partikel können in den Körper gelangen - über die Ernährung, über die Lunge und über die Haut. Und sind sie erst einmal drin, werden sie über das Blut im gesamten Körper verteilt. Dr. Wolfgang G. Kreyling Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit "Wir haben nachweisen können, dass diese Partikel dann in der Leber zu finden sind, in der Milz, in den Nieren, das heißt also in den normalen Organen. Aber unabhängig davon haben wir es sogar im Herzen und im Gehirn gefunden." Die Nanoteilchen können also bis in das Gehirn gelangen. Was sie dort anrichten, ist bislang kaum erforscht. Man weiß jedoch: Künstliche Nanopartikel sind so widerstandsfähig, dass der Körper sie kaum auflösen kann. Die Folge: Sie lagern sich ein. Betroffene Organe können erkranken. Dr. Wolfgang G. Kreyling Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit "Zum einen kann die Herz-Rhythmus-Funktion gestört werden und zum anderen kann die Gerinnungs-Funktion gestört werden. So dass man auf der einen Seite als Szenario Herzinfarkt-Effekte beobachten kann beziehungsweise auf der anderen Seite thrombotische Effekte." Zwischen so manchen Käsescheiben aus der Packung können Nanopartikel verhindern, dass diese aneinanderkleben. Auf einigen Autolacken schützen sie vor dem Ausbleichen in der Sonne. Und in Sonnencremes strecken genau dieselben Partikel wie in den Lacken - als Lichtschutzfaktor. Die Umweltmedizinerin Barbara Dohmen fürchtet, dass eine Vielzahl von Menschen erkranken könnten, wie vor einigen Jahren bei Asbest. Barbara Dohmen Umweltmedizineriner "Also es zeigt sich auch in Bezug auf Asbest eine Parallele, und zwar, dass diese Nanopartikel ähnlich wie das bei den winzigen kleinen Asbestfasern der Fall ist, von dem Immunsystem, von den entsprechenden Fresszellen, nicht richtig aufgegriffen und erfasst werden. Und das ist aus umweltmedizinischer Sicht äußerst beunruhigend." Es mehren sich Indizien, dass Nanopartikel krank machen können. Dennoch: Es gibt bislang keine besonderen Vorschriften, keine besonderen Regeln für den Umgang mit dieser neuen Technologie.

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