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Warum ist Urin gelb?

Wasser ist Hauptbestandteil unseres Körpers. Immerhin 70 Prozent. Täglich verlieren wir durch Bewegung einen Teil davon. Indem wir viel trinken, gleichen wir diesen Wasserverlust wieder aus. Dabei helfen uns gleich mehrere Organe. Das wichtigste Organ ist dabei die Niere. Sie überwacht nicht nur den Wasserhaushalt, sondern ist auch für die Produktion von Hormonen und die Entsorgung von Stoffwechselendprodukten verantwortlich. Dazu produziert sie täglich etwa 180 Liter sogenannten Primärharn. So viel, wie in eine normale Badewanne passt. Ein erwachsener Mensch scheidet davon jeden Tag etwa 1,5 Liter aus. Der Rest wird zurück ins Blut geleitet. Abhängig von Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand schwankt diese Menge jedoch. Urin besteht zum größten Teil aus Wasser. Aber da unser Körper ihn als Transportmittel für seine Abfälle nutzt, enthält Urin noch andere Substanzen. Dazu gehören beispielsweise Harnstoff, Hormone, Phosphate und Salze. Für seine gelbe Farbe sind Abbauprodukte des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin verantwortlich. Die Urinausscheidung ist für den Körper lebensnotwendig, weil so Abfallprodukte und Bakterien einfach weggespült werden. Würden sich diese im Organismus ansammeln, käme es zu lebensbedrohlichen Krankheiten. Einmal an der Luft beginnt ein chemischer Prozess. Die Bakterien zersetzen langsam den Urin. Dabei wird Ammoniak freigesetzt und der typisch stechende Geruch entsteht. Für die Medizin ist Urin ein wertvoller Indikator. Vor allem deswegen weil über ihn jede Menge Substanzen aus dem Körper gespült werden. Dadurch können Ärzte Rückschlüsse auf etwaige Krankheiten ziehen. Erster Anhaltspunkt ist dabei die Farbe: Normaler, gesunder Urin ist hell bis dunkelgelb. Krankheiten können die Urin-Farbe aber beeinflussen. So kann der Urin bei einer Lebererkrankung bierbraun und bei einer Stoffwechselerkrankung sogar schwarz oder rot sein. Wenn der Urin aber orange, grün oder blau ist, sind meist Medikamente oder Farbstoffe daran schuld. Oft reicht die Farbbestimmung aber nicht aus. Um festzustellen, ob ein Patient zum Beispiel Zucker hat, wurde früher sogar Urin probiert. Schmeckte der eher süßlich, so war die Wahrscheinlichkeit einer Diabeteserkrankung angeblich hoch. Aber sehr zuverlässig war diese Methode nicht. Heute ist das dank chemischer Analyse viel einfacher und genauer. Dadurch können auch Hormone, die im Urin enthalten sind, bestimmt werden. Gezielt machen das die bekannten Schwangerschaftstests. In unserem Körper ist Urin also ein wichtiger Bestandteil. Er dient nicht nur dem Abtransport von Abfallstoffen und Bakterien, sondern gibt auch Auskunft über unseren Gesundheitszustand.

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