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Was ist Intelligenz?

Jeder von uns möchte möglichst intelligent sein. Aber was ist Intelligenz? Und vor allem wird sie nur vererbt oder kann man sie auch beeinflussen? Fest steht, eine exakte Definition für Intelligenz fehlt bis heute. Man könnte sie aber vielleicht so umschreiben: Prof. Detlef Rost, Intelligenzforscher:„Intelligenz ist die Fähigkeit, neue Probleme zu lösen und aus den Einsichten zu lernen und diese Einsichten auf andere Problemstellungen zu übertragen.“ Der Sitz der Intelligenz ist das Gehirn. Für den Menschen gilt, dass er ein großes und sehr komplexes Gehirn hat, was ihn von den Möglichkeiten und Fähigkeiten der Tiere unterscheidet. Zur Messung der Intelligenz wurden verschiedene Arten von Tests entwickelt. Sie messen zum Beispiel sprachliche oder rechnerische Fähigkeiten, räumliches Denken oder die Merkfähigkeit. Sie sind so vielschichtig, wie die Intelligenz selbst. Prof. Detlef Rost, Intelligenzforscher: "„Es gibt zwei Facetten der Intelligenz, die fluide Intelligenz, das ist die Grundintelligenz, die ab dem Alter von 15, 16 Jahren sehr stabil ist, und es gibt eine mehr flexible Intelligenzfacette, das ist die kristallisierte Intelligenz, die sich in den Bildungsinhalten manifestiert. Und die deshalb auch bis zum späten Alter noch wachsen kann." Aus dem Ergebnis eines Tests wird der Intelligenzquotient, kurz IQ, ermittelt. Der durchschnittliche IQ liegt etwa zwischen 85 und 115. Wer einen Wert über 130 erreicht, gilt als hochbegabt. Das sind etwa 2% der Bevölkerung.  Ein Intelligenztest kann kein Kriterium für die Leistungsfähigkeit eines Menschen sein, denn diese hängt nicht nur vom IQ, sondern auch von vielen anderen Faktoren ab. Auch, dass Schach die Intelligenz fördert oder sie voraussetzt, ist ein Mythos. Forscher sind vielmehr der Meinung, dass hier Übung und Erfahrung eine ganz entscheidende Rolle spielen. Spezielle Hochbegabten-Förderung gilt heute als überholt. Prof. Detlef Rost, Intelligenzforscher„: "Die beste Förderung für Hochbegabte ist ein guter Unterricht, der hat noch niemandem geschadet, weder den Hochbegabten, noch den durchschnittlich begabten, noch den Minderbegabten. Im Einzelfall ist es vielleicht erforderlich, besondere Förderprogramme für Hochbegabte zu machen, aber wenn der Unterricht gut funktioniert, dann ist das nicht nötig, extra Förderprogramme für Hochbegabte sind an für sich eine Bankrott-Erklärung des Schulsystems."“ Forschungen belegen, dass intelligente Menschen generell Informationen schneller aufnehmen. Sie können darüber hinaus mehr Inhalte im Kurzzeitgedächtnis speichern und sie von dort auch schneller wieder abrufen. Intelligente Personen können daneben aber auch scheinbar mühelos auf Wissen in ihrem Langzeitgedächtnis zugreifen. Das Gehirn intelligenter Menschen arbeitet insgesamt effizienter und benötigt dabei weniger Energie. Doch auch das Gehirn durchschnittlich Begabter hat dazu gelernt. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Intelligenz kontinuierlich weiter entwickelt. Prof. Detlef Rost, Intelligenzforscher„: "Wir wissen durch viele Untersuchungen, dass heutzutage die Kinder häufig leistungsfähiger sind also vor 30 oder 40 Jahren, die Kinder sind einfach intelligenter geworden und da weiß man, dass sich das hauptsächlich in dieser fluiden Intelligenz manifestiert und nicht in der kristallinen Intelligenz, das ist also tatsächlich ein Intelligenzzuwachs und nicht nur ein Wissenszuwachs." Vielleicht sorgt ja die neue Intelligenz auch dafür, dass eben dieses Thema zukünftig weiter entschlüsselt und verstanden wird.

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