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Weitblick ins All

Für die Überwachung des Weltalls wurde auf der Hawaiianischen Insel Maui der entscheidende Schritt nach vorne gemacht. Hier in 3000 Metern Höhe mitten im Pazifik steht der Prototyp PS1 eines neuartigen Beobachtungs- und Frühwarnsystems namens Pan-STARRS. Prof. Rolf Kudritzki, Direktor des Institutes für Astronomie an der Universität von Hawaii, ist mit der Sternwarte der neuesten Generation eine Sensation gelungen. Im Jahr 2010, wenn die gesamte Anlage fertig gestellt ist, werden vier Teleskope gemeinsam die weltweit leistungsstärkste Einrichtung zur weiträumigen Überwachung des Alls bilden. Leistungsfähiger als alle anderen bisherigen Systeme zusammen. Bei der Beobachtung des Weltraums haben Astronomen ein großes Problem. Ihr kleines Blickfeld. Erst mit PS1 erfassen sie einen riesigen Himmelsausschnitt. Ein Bereich gut 90 - mal so groß wie die Fläche des Mondes. Dafür benutzen sie eine revolutionäre Technik. Kamerachips mit 1,5 Milliarden Pixel, hundert mal so viel wie der beste digitale Fotoapparat. In jedes der vier Teleskope wird solch ein Giga -Sensor eingebaut. So gelingt es mehr Sternenlicht einzufangen als je zuvor. Die Pan-STARRS Kameras verfügen über eine 1000 -mal höhere Empfindlichkeit als die herkömmlichen Fotoplatten. Die sogenannte Quantenausbeute liegt bei nahezu 100 Prozent. Fast keines der eintreffenden Photonen, also Lichtteilchen aus dem All, bleibt so unerkannt. Prof. Rolf Peter Kudritzki, Direktor des Institutes für Astronomie, Hawaii "Wir können an verschiedenen Stellen sehr kurz belichten, damit decken wir die hellen Objekte ab und an anderen Bereichen der Kamera belichten wir sehr viel länger und damit entdecken wir die lichtschwachen Objekte und können somit helle und lichtschwache Objekte gleichzeitig beobachten." Der direkte Vergleich zeigt, mit der neuen Technik können die Astronomen ungleich schärfere Bilder des Universums machen. Noch steht der Prototyp der neuen Anlage auf Maui, bis 2010 soll er aber auf die Nachbarinsel Hawaii umziehen. Auf den Gipfel des Mauna Kea, dort stehen schon viele der weltgrößten Observatorien. Die Bedingungen sind hier ideal, denn die Wissenschaftler haben gleichzeitig einen Blick auf Nord- und Südhimmel. Doch Mauna Kea ist nicht nur ein Berg der Wissenschaft. Für die Einheimischen ist es ein heiliger Berg, den es zu respektieren gilt. Vor 10.000 Jahren, so heißt es, stießen die Vorfahren der Hawaiianer mit ihren Kanus von hier aus in unbekannte Welten vor. Prof. Rolf Peter Kudritzki, Direktor des Institutes für Astronomie, Hawaii "Mein Kanu als Astronom ist mein Teleskop und meine Inseln die ich entdecke sind Galaxien, die vor mir noch nie ein Mensch gesehen hat." Kudritzkis Entdeckungen liegen in Regionen aus denen noch Millionen weitere Himmelsinseln auftauchen können.

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