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Weltweite Wasserkrise

Australien: Ein Schafzüchter sammelt die toten Tiere von seinem Land. Die seit Jahren anhaltende Dürre hat das Futtergetreide verdorren lassen. Keith Coreman, Farmer"Du denkst lieber Gott warum regnet es nicht und warum passiert das mir." Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist vom Wassermangel betroffen.Namibia. Im Norden des Landes gibt es auf den ersten Blick Wasser genug. Aber das Meiste ist salzig. Die Regierung muss für Millionenbeträge nach Süßwasser bohren. Geld darf dabei keine Rolle spielen, denn hier geht es ums nackte Überleben. Madar Samad, Hydrologe"10.000 Menschen sterben weltweit täglich, weil sie kein sauberes Trinkwasser haben. Wenn Wasser noch knapper wird, dann sterben noch mehr Menschen." Weltweit scheint das Wasser auszugehen, eine beängstigende Entwicklung, die Fragen aufwirft. Denn anders als Öl, Gas oder Kohle, kann man Wasser nicht verbrauchen. Jeder Tropfen, ob salzig oder süß, ob er Durst stillt, Pflanzen wachsen lässt, oder einfach dem Vergnügen dient - jeder Tropfen ist eingebunden in den ewigen Zyklus aus Verdunstung, Wolkenbildung und Niederschlag.Seit dem Bestehen unserer Ozeane hat sich die Wassermenge auf unserem Planeten nicht verändert. Warum kann Wasser dann trotzdem knapp werden? Diese Fragen beschäftigen die Forscher des weltweit tätigen International Water Management Institut seit Jahren. Spezialisierte Teams werten täglich geologische Karten und Satellitenbilder aus. Entstanden ist eine umfangreiche Datenbank. Für die Forscher liegt die Hauptursache der Krise im Wachstum der Weltbevölkerung. Zwar verschwindet auch im Chaos der Menschenmassen kein Wasser, doch ein Großteil wird jeden Tag verschmutzt und damit als Trinkwasser wertlos. Mehr Menschen heißt auch immer mehr Landwirtschaft. Fließt hier das Wasser hin? Stichprobenartig überprüfen die Forscher einzelne Felder in Südindien um später den Wasserverbrauch weltweit hochrechnen zu können. Satellitenbilder geben Anhaltspunkte. Dunkle Felder wie dieses sind meist üppig bewachsen und bewässert. Ob das stimmt, können nur die Farmer beantworten. Die Forscher protokollieren: Bananen werden hier gezogen und das ganze Jahr bewässert. Immer wieder hören die Forscher von mehreren Ernten im Jahr. Gut gegen den Hunger. Die Erträge haben sich fast verdoppelt, manchmal verdreifacht. Doch die Fotoserie deckt auch die Schattenseite dieser Entwicklung auf. Als das Team seine Untersuchungsergebnisse mit Bildern aus dem All kombiniert, entsteht eine Bewässerungskarte der gesamten Erde. Erntereiche Felder werden auch intensiv bewässert. Um welche Mengen es sich dabei handelt, rechnet uns einer der Forscher auf einem Markt in Indien vor: In einem Kilo Knoblauch stecken 1.270 Liter Wasser. In einem Kohlkopf 90 Liter, eine Staude Bananen bringt es auf 4.000 Liter, eine Tomate auf 70.Für alle Produkte auf 10 Quadratmetern Marktfläche wurden damit 477.240 Liter verbraucht. Madar Samad, Hydrologe"Wenn das Wasser von anderen Menschen wiederverwertet werden kann, kein Problem. Aber, wenn es wie so oft verunreinigt wird, ist es für die Menschen verloren." Ein sorgsamer Umgang mit Wasser, für viele eine Frage des Überlebens.

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