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Wie entsteht eine Fata Morgana?

Durstigen Reisenden in der Wüste ist eine Fata Morgana schon oft zum Verhängnis geworden. Was als rettende Oase am Horizont erschien - war dann doch nur - ein Trugbild - eine Luftspiegelung. Nicht nur in der Wüste auch bei uns gibt es sie - diese optischen Täuschungen, wenn auch nicht ganz so intensiv. Wenn an heißen Sommertagen die Straßen flirren, ist das im Grunde nichts anderes als eine Fata Morgana. Von der Sonne aufgeheizt, entsteht z.B. auf Teerstrassen der Eindruck, als sei es nass. Den Begriff Fata Morgana - verdanken wir den Italienern. Einer Sage nach gibt sich die gute Fee Morgana in eindrucksvollen Luftspiegelungen zu erkennen. Der Volksmund erzählt, sie habe in einem gläsernen Palast über den Meereswogen gewohnt. Den gibt's an manchen Tagen noch heute an der Strasse von Messina nahe Silzilien zu sehen, wenn kalte und warme Luft aufeinanderstoßen und Lichtstrahlen gebrochen werden. Naturwissenschaftlich untersucht wurden Luftspiegelungen erst im 18. Jahrhundert: Der französische Physiker Gaspard Monge fand heraus, dass eine Fata Morgana durch unterschiedlich warme Luftschichten verursacht wird. Das folgende Experiment zeigt: Um eine Luftspiegelung zu sehen, muss man nicht unbedingt in die Wüste gehen. Notwendig sind lediglich ein Blech, gefüllt mit Sand und ein geeignetes Objekt, wie dieses Spielzeugauto, das wir in geringem Abstand zum Blech aufgestellt haben. Wird das Blech erhitzt, so entsteht darüber eine heiße Luftschicht. Zusammen mit der höher liegenden kalten Luft ergibt sich ein optisches System. Heiße Luft ist jedoch leichter als kalte. Sie steigt auf. Lichtstrahlen passieren aber kalte Luft einfacher. Stoßen sie danach auf wärmere Luftschichten so werden sie gebrochen, gekrümmt und schließlich reflektiert. Während bei uns die Spiegelbilder der Objekte meist auf dem Kopf stehen, ist das in der Wüste nicht immer der Fall. Denn in der Natur sind Mehrfach-Spiegelungen möglich. Dadurch erscheinen gespiegelte Objekte wieder aufrecht. Solche Fata Morganen treten nicht nur auf dem Festland, sondern auch über dem Wasser auf. Seefahrer früherer Jahrhunderte nannten solche Erscheinungen dann auch "Fliegende Holländer".

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