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Wie entsteht Nebel?

Hier auf dem Brocken, dem höchsten Berg im Harz, gehört der Nebel einfach dazu. Marc Kinkeldey, Wetterstation Brocken "Der Brocken hat an über 300 Tagen im Jahr Nebel. Wir haben 306 statistische Nebeltage. Und damit sind wir der nebligste Ort in Deutschland und auch in Mitteleuropa. "Aber Nebel gibt es überall auf der Welt, sogar in der Wüste. In Mitteleuropa tritt Nebel vor allem im Frühjahr und Herbst auf. In den Morgen- und Abendstunden legt sich dann der typische weiße Schleier über die Landschaft. "Weil dort die Temperaturunterschiede sehr groß sind. Die Nächte können noch sehr kalt werden, es ist noch lange dunkel und deshalb bildet sich dort bevorzugt Nebel - im Frühjahr und im Herbst." Der Nebel also so etwas wie eine Wolke am Boden. Er entsteht durch Kondensation. Weil kalte Luft weniger Wasser aufnehmen kann als warme, kondensiert die Feuchtigkeit, wenn unterschiedlich warme Luft aufeinander trifft. "Die Luft wird abgekühlt bis zu einem bestimmten Punkt. Bei uns spricht man da vom Taupunkt. Wenn man also die Lufttemperatur bis zum Taupunkt abkühlt, setzt Sättigung ein. Dann haben wir 100% Luftfeuchtigkeit, die wir jetzt momentan auch haben und es entsteht dieser Nebel." Bei dieser Kondensation geschieht also folgendes: Mikroskopisch kleine Partikel wie Pollen, Salze oder Staub bilden als sogenannte Kondensationskerne die Grundlage. An ihrer Oberfläche lagern sich Wasserteilchen zu kleinsten Tropfen an. Die wachsen, fließen zusammen und es entstehen erste Nebeltröpfchen. Kommen Milliarden dieser feinsten Tröpfchen zusammen, nehmen sie uns als Nebel die SichtKondensieren die Nebeltropfen an Gräsern oder Ästen, bildet sich Tau. Bei Frost entsteht Raureif, Wind und Feuchtigkeit formen dann bizarre Gebilde. Doch Nebel ist nicht gleich Nebel. So gibt es verschiedene Nebelarten, je nach Form ihrer Entstehung. Sogenannter Strahlungsnebel bildet sich in klaren Nächten. Die Luft am Boden kühlt sich aus und kann die Feuchtigkeit nicht halten. In den Morgenstunden sehen wir dann den typische Frühnebel. Sogenannter Verdunstungsnebel bildet sich vor allem über Gewässer. Dabei strömt ausgekühlte Luft über noch warmes Wasser. Die darauf aufsteigende Feuchtigkeitkondensiert zu Nebel. Und auch zur Unterscheidung der Nebelstärken, kennt die Wissenschaft exakte Daten. "Dunst beginnt bei uns in der Meteorologie unter acht Kilometer. Wenn wir unter acht Kilometern Sicht haben, sprechen wir von Dunst. Und unter einem Kilometer, sprechen wir dann von Nebel. Und bei Nebel wird dann nochmal unterschieden. Es gibt ja leichten, mäßigen und starken Nebel. Also, starker Nebel ist zum Beispiel unter 200 Metern Sicht." Und genau das macht seinen Reiz aus. Der Nebel. Er nimmt die Sicht und schenkt uns einen anderen Blick auf die Natur.

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