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Wie erkennt Seife den Schmutz?

Sie setzt dem Schmutz so richtig zu. Seife macht dreckige Hände wieder sauber. Seife erkennt den Schmutz und sorgt dafür, dass er ganz schnell verschwindet. Und das war den Sumerern schon vor Viertausend Jahren bekannt. Sie stellten erstmals Seife her. Aus Pottasche und Ölen. Die Seifenherstellung hat also eine lange Tradition. Trotzdem sind die Grundzutaten im Laufe der Zeit fast identisch geblieben. Fette und Öle zusammen mit Laugen bilden die Grundlage, um Seife zu kochen. Der dabei entstehende Seifenleim wird anschließend getrocknet, geraspelt und dann in Form gepresst. In Deutschland werden pro Jahr etwa 120.000 Tonnen Seife verbraucht. Doch wie erkennt die Seife eigentlich den Schmutz? Das ist eine Frage der Chemie. Denn das Wasser hat eine Oberflächenspannung, die eine gründliche Reinigung verhindert. Diese Spannung muss von der Seife gelöst werden. Professor René Csuk, Chemiker Universität Halle-Wittenberg "Die Oberflächenspannung kann man sehr deutlich in einem Experiment zeigen, indem man so eine Rasierklinge auf die Wasseroberfläche gibt und diese Oberflächenspannung ist das, was einen erfolgreichen Waschvorgang verhindert. Also kann man den Waschvorgang nur dadurch gut machen, dass man die Oberflächenspannung wegnimmt. Gibt man nun Seife in das Wasser, dann wird die Wechselwirkung zwischen den Wassermolekülen gelockert, das heißt, die Oberflächenspannung sinkt und als Nachweis geht die Klinge unter." Seife macht das Wasser also noch etwas nasser. So kann es auch in feine Poren dringen. Und kommt näher an die Schmutzpartikel in Haut oder Wäsche. Die eigentliche Reinigungsarbeit übernehmen aber die Seifenteilchen, sogenannte Tenside. Ihr Aufbau sorgt dafür, dass der Waschvorgang richtig in Fahrt kommt. Professor René Csuk, Chemiker Universität Halle-Wittenberg "Ein Tensid, das besteht aus einem solchen langen, fettfreundlichen Rist und oben einer polar- einer wasserfreundlichen Kopfgruppe." Seife als Bindeglied zwischen Schmutz und Wasser also. Professor René Csuk, Chemiker Universität Halle-Wittenberg "Wir haben hier beispielsweise ein Stück Textilien, Kleidung oder auch vielleicht schmutzige Haut. Und dieser Schmutz zeigt sich hier zum Beispiel in so einem Fetttröpfchen, das sich da abgesetzt hat. Jetzt kommt unsere Seife und umschließt das Fetttröpfchen, indem diese fettfreundlichen Teile sich hier anlagern und die wasserfreundlichen ziehen nach außen, was dazu führt, dass dieses umhüllte Fetttröpfchen sich dann von der Textiloberfläche leicht ablösen lässt und mit dem Waschvorgang dann entsprechend weg gewaschen wird." Vollständig entfernt wird der Schmutz nur durch eine mechanische Bewegung. Beim Händewaschen und baden hilft also kräftiges Schrubben. Bei der Wäsche dreht sich die Trommel. Und das sorgt für Bewegung der Kleider. So steht sauberen Händen und reiner Wäsche nichts mehr im Wege. Und der Schmutz landet da, wo er hin gehört.

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